Geschichtsverein zeigt alte Gasthäuser

An jeder Ecke eine Wirtschaft

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In den zwanziger Jahren war die „Gastwirtschaft zum Parlament“ noch ein schmuckloser Bau, dessen Fachwerk unter dicken Verputz lag.

Rödermark - Bilder längst verblasster Kneipen-Herrlichkeit hat der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) zusammengetragen und die schönsten Motive in seinem Kalender 2015 veröffentlicht.

Der wurde lediglich in einer Auflage von 200 Exemplaren gedruckt und ist seit Monaten ausverkauft. Unsere Zeitung zeigt deshalb jeden Monat das Kalenderblatt, dazu gibt"s die passenden Erläuterungen.

Erst in den Fünfzigern kamen die Balken wieder zum Vorschein. Neben dem Lokal ist das Hoftor zu sehen, hinter dem die Anfänge des Urberacher Omnibusbetriebs Hain lagen. Zweiten Standbein neben dem „Fremdenverkehr“ war eine Fahrradhandlung samt Reparaturwerkstatt (Bild vergrößern).

„Wie immer fiel es uns auch diesmal schwer, eine Auswahl zu treffen. Dennoch hoffen wir, dass sie auch diesmal gelungen ist“, sagt die HGV-Vorsitzende Patricia Lips. Viele Ober-Röder und Urberacher haben dem Verein Bilder geschickt, etliche Kalenderblätter zieren deshalb zwei Motive aus alter und noch älterer Zeit. Auffallend: Das Verputzen von Fachwerk ist keine Bausünde der Nachkriegszeit. Die Balken der „Gastwirtschaft zum Parlament“ (heute: „Goldener Löwe“) oder des „Schützenhofes“ waren schon vor 1920 der vermeintlich modernen Fassadenkosmetik zum Opfer gefallen.

Wirtshäuser gab"s bis in die Wirtschaftswunderzeit an fast jeder Ecke. Gaststube oder „Sälche“ waren die Heimat vor allem von Musik- und Gesangvereinen. Aber viele Traditionslokale wurden in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren aufgegeben. An den „Schwanen“ am Ober-Röder Marktplatz, den „Hessischen Hof“ gegenüber dem Bahnhof oder die „Traube“ in der heutigen Konrad-Adenauer-Straße erinnern sich allenfalls noch betagte Kneipengänger. Doch man muss den angeblich guten, alten Zeiten nicht nur hinterher trauern. Die Hausmannskost früherer Wirtshäuser ist kulinarischer Vielfalt gewichen.

Baudenkmäler in Rodgau

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Quelle: op-online.de

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