Magistrat soll Personal ab- und Breitbandnetz ausbauen

Gewerbe spricht Stadt Sparwillen ab

+

Rödermark - Der Gewerbeverein lehnt die von Bürgermeister Roland Kern vorgeschlagene Doppel-Steuererhöhung kategorisch ab und fordert mehr Sparbemühungen von der Stadt. Andernfalls bedeute Haushaltssanierung zugleich Verödung der Ortskerne.

Bürgermeister Roland Kern will rückwirkend zum Jahresbeginn die Gewerbesteuer von 350 auf 380 und die Grundsteuer B von 450 auf 540 Punkte erhöhen. Das Gewerbe trifft diese Steigerung zweimal, beim sparsamen Haushalten in der Firma und bei der Immobilie, klagt der Vorstand des Gewerbevereins. Kern versuche, „Sparunfähigkeit mit Erhöhungen von Steuern und Gebühren zu kompensieren“.

Vorstandsmitglied Thomas Rosenblatt vermisst in Rödermark eine Willkommenskultur für das Gewerbe, das in Nachbarstädten weit stärker gepflegt werde. Der neue Gewerbesteuersatz („Spitzenplatz im Kreis“) ist für Handel, Handwerk, Gastronomie und Dienstleistung der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Rosenblatt: „Neue Gewerbeflächen sind in Rödermark nicht vorgesehen, vorhandene werden zum Teil zweckentfremdet.“ Gemeint ist die Freigabe früherer Industriegrundstücke für den Wohnungsbau oder Altenheime. Seiner Ansicht nach verweigert sich die Stadt damit dem Wettbewerb der Kommunen.

Gigantische Wachstumsraten im Internethandel, verändertes Einkaufsverhalten, hohe Werbekosten, Beratungsdiebstahl und geringes Kundenbudget lassen seit Jahren nicht nur im Einzelhandel die Margen und die kleinen Reserven sinken. Mehr denn je müsse das Gewerbe hohe Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit leisten. Eine Erhöhung der Gewerbesteuer in dieser Zeit zeuge von fehlenden Fingerspitzengefühl seitens der Stadt für die Sorgen und Nöte des Gewerbes und leiste Standortänderungen - sprich: Schließungen und Verödung der Ortskerne - Vorschub.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Der Vorstand des Gewerbevereins fordert den Abbau bürokratischer Hindernisse bei Veranstaltungen und den seit Jahren versprochenen Ausbau eines schnellen Breitband-Datennetzes. Statt die Steuern zu erhöhen müsse die Stadt sparen - „auch an für sie unbequemen Stellen“. Selbst Personalabbau und gekürzte Förderungen sind für den Gewerbeverein kein Tabu. Einzelheiten nannte Rosenblatt aber keine.

Quelle: op-online.de

Kommentare