Gotta-Clan in Rödermark

Die Gicht kommt aus Banditos

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Der Gotta-Clan hat seine Wurzeln in Italien. Übersetzung und Herkunft klingen wenig schmeichelhaft: Familienchronik mit Schmunzeleffekt. Die jüngste Teilnehmerin und der älteste Teilnehmer beim Treffen der italienischen Gottas zu Füßen der großen Familienfahne.

Ober-Roden - Im Rödermärker Telefonbuch gibt es unter „Gotta“ 79 Einträge. Adam Gotta führt die Reihe an, bei Wolfgang Gotta hört sie auf. Von Christine Ziesecke 

Zu dieser großen und weitgehend wirklich miteinander verwandten Sippe kommen über den 1. Mai noch einmal gut 20 „Familienmitglieder“ - die italienischen Gottas. Denn man glaubt es kaum: Der typischste aller Ober-Röder Namen hat seinen Ursprung in Piemont. Zum fünften Mal treffen sich die Gottas; zum ersten Mal 1997 in Italien, dann im Wechsel mal hier, mal da; dazwischen gab’s kleinere Auffrisch-Begegnungen. Das letzte große Treffen, das 2005 geplant war, musste mangels Interesse auf Ober-Röder Seite abgesagt werden. Nun kam nach den gegenseitigen Weihnachtsgrüßen ein neuer Anlauf von italienischer Seite, obwohl deren engagiertester Verfechter Luigi Gotta voriges Jahr gestorben ist. Kontakte in Ober-Roden sind primär Eva-Maria und Ernst Gotta als Vertreter der älteren sowie Michael Gotta als Vertreter der jüngeren Generation. Sie setzen die Idee zum Familientreffen um und haben die Tage vom 30. April bis zum 3. Mai vorbereitet.

Im Mittelpunkt steht dann das Hotel „Lindenhof“. Denn wo wäre italienische und deutsche Namensvettern besser aufgehoben als bei dessen Chefin Steffi Gotta? Der Ursprung der deutsch-italienischen Gotta-Liaison liegt bei Heinrich, dem Schwager von Ernst Gotta, und Johann Franz, dem Vater von Architekt Michael Gotta. Sie hatten ab etwa 1996 in ihrer Ahnenreihen nachgeforscht und waren auf die enge Verbindung zu den italienischen Namensvettern gestoßen. Eher unaussprechlich und wenig schmeichelhaft ist die Namensdefinition dort. Während deutsche Rechtschreibprogramme als Alternative gern Gott anbieten, bedeutet das Wort Gotta bedeutet im Italienischen Gicht. Und dass die Mehrheit der italienischen Gottas aus dem Ortsteil Bandito der Stadt Bra stammen, kann auch nur mit Schmunzeln betrachtet werden.

Mittlerweile ist die Kommunikation einfacher als zu Zeiten von Heinrich und Johann Franz Gotta. Über Englisch, das vor allem die meisten Jüngeren auf beiden Seiten sprechen, klappt’s immer. „Ganz am Anfang war ich die Einzige, die aufgrund unseres Geschäfts Italienisch sprach. Drum bin ich beim ersten Treffen in Italien mit dem Auto dem Bus vorausgefahren, um das Wichtigste zu regeln“, erinnert sich Eva-Maria Gotta. Da sie niemanden persönlich kannte, traf man sich am Ortseingang - mit einem „Gotta“-Schild in der Hand. „Es war alles sehr abenteuerlich.“

Am Abend des 30. April treffen die italienischen Gottas bei Steffi Gotta im Hotel ein, wo sie von Bürgermeister Roland Kern begrüßt werden. Am 1. Mai gibt’s eine vergnügliche Rundfahrt durch die Region. Am 2.  Mai steht Würzburg im Mittelpunkt eines Ausflugs, der in einem typischen Weinlokal endet, ehe die gut 20 italienischen Gotta-Freunde am 3. Mai die Heimfahrt antreten. Am Donnerstag, 9. April, kommen noch einmal alle Rödermärker Gottas zur Vorbereitung zusammen: ab 19.30 Uhr im „Brunnen am Theater“: „Wir hoffen, dass daran viele unserer Namensvettern dabei sind“, wünscht sich Michael Gotta.

Quelle: op-online.de

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