Kult und Lebensgefühl

Grillen: Ein heißes Vergnügen

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Grillkurse, wie sie Grillmeister und Shop-Manager Alexander Bach bei „Red King“ anbietet, sind derzeit stark nachgefragt. Grillen wird zur Wissenschaft.

Rödermark - Grillen ist mehr als nur, Fleisch auf einen Rost zu schmeißen und die Kohle anzuzünden. Im Trend liegen Kurse, bei denen bis ins letzte Detail alle Fragen rund ums heiße Vergnügen geklärt werden. Von Christine Ziesecke 

Das bestätigt Alexander Bach, Shop-Manager bei „Red King“ und von der Firma Weber ausgebildeter Grillmeister: „Unsere Grillkurse sind angesagt. Wir müssen platzmäßig nachrüsten, zumal wir die möglichen Teilnehmerzahlen gesenkt haben, um ein echtes Mitmachen zu ermöglichen.“. Und wie grillt er? Angesagt ist die Kugel - indirektes Grillen mit dem Deckel. Grillgut scharf anbraten, damit sich die schönen Streifen am Fleisch bilden (die Stellen, an denen das Fleisch quasi karamellisiert und den leckeren Geschmack entwickelt). Danach die Stücke an die Seite schieben und bei geschlossenem Deckel durchziehen lassen. „Das gesunde, aromatische Grillen funktioniert am besten mit Umluft“, erläutert der Profi. Beim Umluftgrillen lassen sich nicht nur zwei, drei Fleischstücke gleichzeitig braten, sondern auch große Braten für bis zu 20 Gäste bringen ein perfektes Grillergebnis.

Grills vom Einwegmodell bis zur Premiumklasse gibt’s zum Beispiel bei OBI. Ganz abgesehen vom Zubehör aller Art.

Und was grillt der Fachmann? Die Klassiker von Bratwurst über Steak bis zum Bierhähnchen, inzwischen viel Fisch wie etwa Lachs auf dem Zedernbrett, aber auch Gemüse, am besten auf dem Doppelspieß, das immer indirekt gegart werden sollte, um es ziehen zu lassen. „Beim Würzen gehen wir immer mehr weg vom Salz hin zu Kräutern – eine pikante, gut gewürzte Küche muss nicht salzig sein. Wir haben den Salzanteil in den Gewürzmischungen auf ein Fünftel reduziert“, erklärt Bach. Und so sehen die Profis den bevorstehenden Sommer: „Es wird leichter und pikanter, internationaler – nach dem Standard-Steak sind jetzt Varianten angesagt.“ Zwiebelgranulat, Knoblauch, Koriander und vieles mehr ersetzen dabei das Salz.

Die Frage, auf welchem Grill es am besten schmeckt, kann Freundeskreise spalten. Holzkohle, Gas, Elektro – ein breites Spektrum an unterschiedlich hochwertigen Grills im Bereich der Basisgeräte gibt’s in den Baumärkten wie etwa bei OBI, auch wenn der echte Premium- und Profibereich nur bei Profihändlern angeboten wird. Wer es rasch und unkompliziert möchte, nutzt den Gasgrill. Der ist in Windeseile auf Temperatur, und das Grillen kann sogar kurzfristig unterbrochen und wieder aufgenommen werden. Hier lässt sich auf den Punkt grillen mit konstanter, gleich bleibender Hitze auch beim indirekten Grillen bei 170, 180 Grad. Ihn gibt es längst ebenso hochwertig wie den Holzkohlengrill für alle, die Zeit zum Experimentieren haben und vielleicht auch gut geschult sind. Dabei ist es auch in Ordnung, wenn das Grillen etwas aufwändiger wird, weiß Andreas Diederich, Marktleiter bei OBI Rödermark, aus eigener Erfahrung. „Doch es gibt auch gute Modelle in den Einstiegspreisklassen – bis hin zum durchaus manchmal angebrachten Einweggrill.“

Grillkurs in der Volkshochschule

Grillkurs in der Volkshochschule

Auch die Wahl der Holzkohle ist mittlerweile zur Wissenschaft geworden. Grillkohle ist nicht gleich Grillkohle. Hochwertige Grillkohle – etwa aus Buche – unterscheidet sich stark vom „gepressten Staub“. Für schnelle Temperaturspitzen eignet sich andere Holzkohle, als fürs gleichmäßige und langsame Grillen. „Wir haben mittlerweile sechs Sorten und die jeweils in verschiedenen Größen“, berichtet Andreas Diederich. „Schließlich sind auch die Kunden gereift und wissen, was sie brauchen.“ Und was wird 2015 auf den Grill gelegt? Natürlich sind immer mehr Fisch und Gemüse angesagt, aber Bratwurst, Leiterchen, Kotelett oder T-Bone-Steak werden nie aus der Grill-Mode kommen.

In der Metzgerei von Tobias Lang in Urberach ist die Theke für Grillgut üppig bestückt: Rinderfilet, „US-Roastbeef“, Lamm-Lachse, eingelegte Spieße, gefüllte Hähnchenbrust – das alles und noch viel mehr. Fleischereifachverkäuferin Jessica Jatsch empfiehlt: „Besonders zart und lecker ist das Fleisch der Iberico-Schweine, der schwarzen Schweine, die mit Eicheln und Nüssen gefüttert werden und einmalig schmecken.“ Aber eine gut gegrillte Bratwurst kann durchaus auch verzücken.

Quelle: op-online.de

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