Alten- und Pflegeheim feiert Geburtstag

25 Jahre Haus Morija: Ein echtes Heim der Nächstenliebe

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Weronika Muran verzauberte alle mit ihrem Violinspiel bekannter Volkslieder und Evergreens.

Ober-Roden - Vor genau 25 Jahren machten sich neun zumeist sehr junge Frauen aus dem Mutterhaus der Christusträger-Schwestern in Alsbach auf, um ohne Rücksicht auf die vielen Erschwernisse in Ober-Roden ein Alten- und Pflegeheim zu eröffnen. Von Christine Ziesecke 

Bei ihrer ersten Anfrage, in Rödermark – einem bis dahin weißen Fleck auf der Karte der Altenbetreuung – ein Haus im Volumen von 14 Millionen Euro zu gründen, wurde die Schwesternschaft argwöhnisch von der Gemeinde beäugt. Doch es gelang, und anlässlich des 25. Geburtstags erinnerten sich bei einem abwechslungsreichen Gottesdienstes Zeitzeugen. Schwester Herta Hanke etwa denkt zurück: „Diese Aufgabe war für uns riesengroß, aber sie war eine Herausforderung, auch Gott etwas zuzutrauen – schließlich bedeutet „Morija“ ja „Gott sorgt vor“.

Der damalige Rathauschef Walter Faust war sich sicher: „Schwester Margarete Hegent, die Verhandlungsführerin, hat mich von Anfang an überzeugt. Sie haben sogar den Architekten gewechselt, weil der erste ihnen nicht kompetent erschien, hatten aber auch gleich einen neuen an der Hand. Und es ist heute noch eine Freude, die Schwestern hier zu erleben in ihrer aufgeschlossenen und christlichen Nächstenliebe.“ Sie haben sich dieses Haus wirklich erarbeitet: Schwester Regina Neidhard erinnert sich daran, dass sie die letzte Grundreinigung aller kalkverschleierten Böden vor der Eröffnung buchstäblich auf den Knien selbst vorgenommen haben.

Typisch für diesen Geist des Hauses: Eröffnet wurde der Dankgottesdienst mit einer Ehrung – es wurde langjährigen Mitarbeitern und Begleitern gedankt, die dem Haus Morija seit den ersten Tagen seine Prägung geben. Der Journalist, Theologe und Liedermacher Christoph Zehendner, Mitglied im Freundesrat der Christusträger, moderierte, sang und überzeugte in kurzen Interviews auch den Letzten im Saal davon, dass es ein Ausrufezeichen sein muss statt des Fragezeichens der Schwestern in der Einladung „Wie ein Baum am Wasser gepflanzt…?“

Man lernt nie aus - Gehirn ist im Alter offen für Neues

Bis heute gab im Haus viele Schwierigkeiten zu bewältigende: da wären die jahrelang gestrichenen geronto-psychiatrischen Zuschüsse (zu deren Ausgleich sich der ProMorija Freundeskreis gegründet hat), der Tod der langjährigen Leiterin Schwester Dorothea Lakowitz vor zwei Jahren und der Wechsel zu Schwester Sibylle Heiß. „In all diesen Zeiten ist uns erst wieder bewusst geworden, was für gute Mitarbeiter wir haben“, dankte Heiß.

Ralf Kämmerer, Chefkoch im Haus und Bassist im Chor der Mixed Voices des AGV Sängerkranz aus Jügesheim, verwöhnte seine Kollegen nicht nur kulinarisch, sondern auch musikalisch. Die Sänger trugen unter der Leitung von Linda Dillmann neue Stücke vor.

Die liebenswürdige Hilfe aller war auch am nächsten Tag beim Gartenfest vonnöten. Bei strahlendem Wetter war der Garten rund ums Thema „Wie ein Baum am Wasser gepflanzt“ liebevoll geschmückt und bis auf den letzten Stuhl besetzt, vor allem aber von Bewohnern mit Pflegestühlen, Rollstühlen und Rollatoren. Weronika Muran, Mitarbeiterin in der psychosozialen Betreuung, verzauberte alle mit ihrem Violinspiel bekannter Volkslieder und Evergreens. Für den ProMorija Freundeskreis überreichte die zweite Vorsitzende Petra Heufers einen Spendenscheck über 8000 Euro zur Unterstützung der Pflege. Im Haus sorgte das Basar-Team für weitere Unterstützung, ebenso wie die große Tombola.

Quelle: op-online.de

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