Heimat- und Geschichtsverein lässt Kerbtheater aufleben

Familienzwist um Festtagskleid

+
Sie bilden das Ensemble des Kerbtheaters: Mutter Gaby Reisert, Vater Norbert Hitzel, Tochter Lisbeth Pamela Strauch, Tante Babett Monika Weiland (sitzend) und Sohn Lui Marcel Gotta.

Ober-Roden - Die Ober-Röder haben ihr eingeschlafenes Kerbtheater wieder auferweckt. Am Freitag steht die Neuauflage eines Stücks aus den achtziger Jahren auf dem Spielplan - natürlich mit neuem Ensemble.

Die Schauspielgruppe des Heimat- und Geschichtsvereins meldet sich zurück, die Geschichte ist ganz lebensnah: ’s Lisbethsche will ein schönes Kerbkleid, der Vater natürlich nicht, die Mutter steht zwischen allen Fronten, die Tante kommt zur Unterstützung, und der Bruder lässt flotte Sprüche vom Stapel. So etwa lässt sich das erste Stück des wieder aufgenommenen Kerbtheaters zusammenfassen, das am Freitag beim Mundartabend im „Dinjer-Hof“ Premiere hat. Eigentlich ist es eine Neuauflage. Denn Adam Reisert hatte das „Kerbklaad“ geschrieben, 1987 wurde das Stück unter seiner Regie aufgeführt. Die neue Regisseurin Gerdi Ziegler gesteht nach dem Anschauen einer DVD von einst: „Ich bin von uns damals total begeistert!“ Sie spielte die Tochter. Damals war viel Ortspolitik mit eingebracht worden.

Gerdi Ziegler hatte die Idee, das Kerbtheater wiederzubeleben, nachdem die Kerbburschen sie seit Jahren bedrängten: „Ihr habt früher immer so schönes Kerbtheater gespielt.“ Zur Neuauflage hat sie sich Norbert Köhler mit ins Boot geholt: „Aber wir wollen uns zurückhalten, wir haben nur die Gesamtverantwortung!“ Eine vierköpfige Familie steht im Mittelpunkt der Handlung, die im dörflichen Ober-Roden der Vorkriegszeit spielt: die Mutter (Gaby Reisert), der Vater (Norbert Hitzel), Tochter Lisbeth (Pamela Strauch), Tante Babett (Monika Weiland), Bruder Lui (Marcel Gotta). Wolfgang Seitz macht drum herum „historische“ Musik.

Bilder zur Orwischer Kerb

Geprobt wird seit sieben Wochen. Gerdi Ziegler und Norbert Hitzel haben im neuen Stück nur wenige Sätze zugunsten einer besseren Verständlichkeit geändert. Dazu dienen auch einige „Übersetzungen“ zu Beginn der Geschichte, die in einer knappen halben Stunde erzählt und gespielt ist und so wunderbare Wahrheiten enthält wie: „Owerärer Fieß un’ Frankforter Schickelsche (Schühchen, Anmerkung der Redaktion), des tut nit gut!“ Und das Schöne daran: Das neue alte Werk ist auf drei bis vier Jahre angelegt, dann auch mit noch mehr Akteuren. „Der Norbert hat da schon so Ideen…“, schwärmt Gerdi Ziegler. Das zweite Stück heißt wie einst „Der Borsch aus Orwisch“, und ab dem nächsten Jahr wird „mehr Inhalt aus Norberts Kopf“ mit in das Geschehen einfließen.

chz

Quelle: op-online.de

Kommentare