Verkehrsberuhigung

Engpass am Kapellchen

+
Die Stadt will den Ortseingang von Messenhausen sicherer machen. In einer ersten Testphase probiert sie künstliche Engpässe am Kapellchen aus.  

Messenhausen - Sechs mit Erde gefüllte Betonringe am Kapellchen zwingen Autofahrer zum Tritt auf die Bremse. Erster Stadtrat Jörg Rotter will Lastwagen den Schleichweg ins Urberacher Gewerbegebiet verleiden und den Ortseingang von Messenhausen sicherer machen. Von Michael Löw 

Davon profitieren Fußgänger. Der künstliche Engpass hat seine Vorgeschichte: Beim Sicherheitsrundgang voriges Jahr klagten Eltern darüber, dass ihre Kinder direkt in der scharfen Kurve auf den Schulbus warten. Lkw hätten dort sogar schon Ladung verloren, die Richtung Haltestelle gefallen sei. Außerdem waren Anwohner der Meinung, vor ihren Häusern werde zu schnell gefahren. Die Stadt hat jetzt die Schulbushaltestelle in der Kurve abgebaut, Kinder müssen die Linienbus-Haltestellen in der Kapellenstraße benutzen. Die Betonringe verengen die Fahrbahn und machen den Weg dorthin sicherer. Zusätzlich hat die Stadt drei Querungshilfen angelegt, einige Gehwege rollstuhlgerecht umgebaut und das Ortsschild einige Meter Richtung Osten versetzt. An den Haltestellen gilt seither Tempo 30.

Stadtrat Rotter machte im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich, dass er rund ums Kapellchen möglichst keine Lastwagen haben möchte: Der Schwerverkehr mache die Urberacher Straße kaputt. Mitte 2014 hatte die Stadt erhebliche Risse im Fahrbahnbelag festgestellt. Kurzzeitig drohte die Sperrung der Straße für Lastwagen und für Motorräder. Die konnte zwar abgewendet werden, doch die Sanierung war nur oberflächlich und hält nur begrenzte Zeit. Um die Straße dauerhaft zu entlasten, prüft die Stadt, die Kapellenstraße zwischen der Kompostierungsanlage und dem Ortseingang Urberach für Lkw zu sperren. Die Hindernisse sollen jetzt schon signalisieren, dass dieses Straßenstück nicht für Brummis gedacht ist. „Wir setzen auf die Mitwirkung der Gewerbebetriebe und deren Zulieferer und hoffen, dass Lkw-Fahrer aus freien Stücken die Zufahrtsmöglichkeit über Urberach und die Messenhäuser Straße nutzen“, sagt Stadtrat Rotter.

„Hier wurde den Messenhäusern Anarchie durch eine hanebüchene Betonrohr-Installation verordnet“, kritisiert Robert Bub aus der Dreieichstraße. Er spricht von „fürchterlichen Szenen“, denn zu den Öffnungszeiten der Kompostierungsanlage gelte die Devise „Wer bremst, verliert!“ Ihm wäre am liebsten, die Stadt würde dort eine „Anlieger Messenhausen frei“-Regelung einführen. Dafür will Robert Bub Unterschriften sammeln. „Ich weiß, dass wir für die Rohre keinen Schönheitspreis gewinnen“, räumt Rotter ein. Ein Ingenieurbüro hätte das Problem optisch schöner gelöst, doch dafür habe Rödermark kein Geld. Der Engpass sei ein Test. Die Stadt werde die Erfahrungen in einigen Monaten mit den Bürgern diskutieren und sei für andere Vorschläge offen - sofern die Sicherheit der Kinder garantiert ist.

Quelle: op-online.de

Kommentare