Bodensanierung beginnt im Herbst

Hitzel & Beck-Gelände: Erste Hallen gefallen

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Tonnenweise Stahlträger hat der Abrissbagger aus dem Verwaltungsbau und einer Produktionshalle des früheren Galvanikwerks Hitzel & Beck geholt und - wie alle übrigen Metalle - vom Beton getrennt. Der wird vor Ort in die Fundamente eingearbeitet; das Metall wird zum Recycling abtransportiert.  

Ober-Roden - Die ersten Mauern von Rödermarks bekanntester Industrie-Altlast liegen am Boden: Der Abriss des einstigen Galvanikwerks Hitzel & Beck läuft auch Hochtouren, auf dem Grundstück in der Odenwaldstraße will Investor Christian Früchtenicht erst den Boden sanieren und dann rund 150 Wohnungen bauen. Von Michael Löw 

„Wir haben keine bösen Überraschungen erlebt und keine weiteren Schadstoffe mehr gefunden“, zieht Christian Früchtenicht, Geschäftsführer der Früchtenicht GmbH aus Babenhausen, zufrieden Bilanz der ersten Abbruchwoche. Innerhalb weniger Tage hat der Bagger zunächst den Verwaltungsbau des 2000 pleite gegangenen Galvanikwerks Hitzel & Beck und dann die am stärksten mit Resten aus der Metallveredelung verschmutzte Produktionshalle flach gelegt. Seit Mitte Juni hatten die Männer eines Abrissunternehmens ganze (Vor-)Arbeit geleistet und sämtliche Gebäude entrümpelt und entkernt. Müll fanden sie noch reichlich, zum Glück aber keine Schwermetalle oder Lösungsmittel mehr.

Zurück blieben leere Hallen aus Beton und Stahl, deren Reste recycelt werden. Früchtenicht lässt den Beton untersuchen, und wenn die Qualität stimmt, wird er geshreddert und für die Fundamente benutzt. Im Herbst beginnt die Früchtenicht GmbH mit der Bodensanierung. Zu der hat sich das Unternehmen gegenüber dem Land verpflichtet, das wiederum das Grundwasser von Schadstoffen befreit. Den Vertrag hatten Christian Früchtenicht und Regierungspräsidentin Brigitte Lindenscheid vorigen September auf dem Grundstück in der Odenwaldstraße unterzeichnet. Der Investor ging damals von Sanierungskosten fürs Erdreich in siebenstelliger Höhe aus.

Grundstein im Sommer 2016

Der Früchtenicht-Geschäftsführer will im Sommer 2016 den Grundstein für eine Tiefgarage, 150 Wohnungen sowie rund 1000 Quadratmeter Läden legen. 14 Monate später sollen die ersten Neu-Ober-Röder einziehen. Das Babenhäuser Unternehmen will das insgesamt knapp 11.000 Quadratmeter große Grundstück - zum 6 8.000 Quadratmeter großen Galvanikwerk kam noch der 4000 Quadratmeter große provisorische Pendlerparkplatz - mit Partnern entwickeln. Im Zentrum baut die Früchtenicht GmbH selbst Eigentumswohnungen mit Fußbodenheizung, Parkett und energieoptimierter Wärmedämmung.

Nach Süden schließen sich Mietwohnungen, nach Norden Reihenhäuser an. Eine kleine Allee erschließt das Quartier und verbindet die Odenwaldstraße mit der Fußgängerunterführung am Bahnhof. Hier entstehen auch die Geschäfte, an deren Konzept die Früchtenicht GmbH noch bastelt. Einen Schritt weiter ist Christian Früchtenicht bei den Wohnungen. Er plant überwiegend welche mit zwei bis vier Zimmern: die großen für Paare oder Familien, die sich auf Dauer in Rödermark niederlassen wollen, die kleinen für Mitarbeiter großer Frankfurter Unternehmen, die am Wochenende in ihr eigentliches Zuhause pendeln. „Wir beginnen gerade mit der Detailplanung“, sagt Christian Früchtenicht und ermuntert potenzielle Interessenten, ihre Ideen einzubringen. Ansprechpartner ist sein Bruder Timm Früchtenicht: 06073/740-328, E-Mail: TF@PEF-GmbH.de.

Quelle: op-online.de

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