Versicherung lässt nur ein Jahr Zeit für Neuanfang

Sofortige Schließung: Hitzel gibt nach Großbrand auf

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Bild von der Einsatzstelle. Weitere Fotos in der Bildergalerie.

Ober-Roden - Die Firma Hitzel Oberflächentechnik schließt mit sofortiger Wirkung. Ende Juli hat ein Großbrand die Produktionshalle zerstört. Der Wiederaufbau, so Geschäftsführerin Ulrike Kriegsch, sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Von Michael Löw 

Ein bitterer Tag für Hitzel Oberflächentechnik: Geschäftsführerin Ulrike Kriegsch teilte den 25 Mitarbeitern des Familienunternehmens gestern mit, dass der Betrieb eingestellt wird. Allen 25 Arbeitern und Angestellten wurde gekündigt. Das Aus ist eine Folge des Großbrandes vom 30. Juli, dem sämtliche Produktionsanlagen zum Opfer fielen. Obwohl 80 Feuerwehrleute aus Ober-Roden, Urberach und Dietzenbach stundenlang gegen die Flammen kämpften, war die Halle nicht zu retten. Der Schaden ging in die Millionen. Als Brandursache ermittelte die Kripo einen technischen Defekt in der Abluftanlage.

Das Galvanik-Unternehmen aus der Senefelderstraße hätte ein Jahr Zeit gehabt, die zerstörte Halle auszuräumen, abzureißen und neu zu bauen. Solange hätte die so genannte Betriebsunterbrechungs-Versicherung gezahlt. Dieser Zeitraum ist nach Ansicht von Geschäftsführerin Kriegsch völlig unrealistisch. So sucht sie knapp zwei Monate nach dem verheerenden Feuer immer noch nach Spezialunternehmen, die die ausgebrannten und mit Chemikalien belasteten Maschinen beseitigen. Auch die Bäder für die Metallveredelung und Reste der Chemikalien müssten vor einem Neuanfang weg.

Bilder: Großbrand im Industriegebiet von Ober-Roden

„Die Versicherung hat uns immer neue Auflagen gemacht. Wir hätten nicht garantieren können, dass wir am 30. Juli 2016 wieder einen funktionsfähigen Betrieb haben“, sagte Ulrike Kriegsch gegenüber unserer Zeitung. Daher habe man sich zu dieser „schweren Entscheidung“ durchgerungen. Nach zwei Monaten Schwebezustand hätten einige Mitarbeiter „schon geahnt“, dass das Unternehmen schließt. Kunden hatte die Hitzel-Geschäftsführung bei der Suche nach neuen Lieferanten unterstützt. Gibt’s für das Werksgelände an der Senefelderstraße, das die Firma Hitzel 1997 bezog, eine Zukunft? Auf diese Fragen hat Ulrike Kriegsch keine Antwort: „Wir haben keine Perspektive, weil wir noch nicht wissen, wie lange die Abwicklung mit der Versicherung dauert.“

Quelle: op-online.de

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