Vom Ursprung primitiver Lebensformen

19. Hochschultag widmet sich der Rosetta-Mission

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"Rosetta"-Sonde: Kometenlandung eine halbe Milliarde Kilometer über der Erde

Rödermark - Wer solch berühmte Gäste hat, kann sich glücklich schätzen. Den 19. Rödermärker Hochschultag bestreitet am nächsten Montag, 16. November, kein Geringerer als Dr. Paolo Ferri.

Als Leiter der Rosetta-Mission wird er über das spektakuläre Weltraumabenteuer berichten. Beginn der öffentlichen Veranstaltung in der Kulturhalle ist um 18.30 Uhr. Rosetta ist die aktuelle Mission der Europäischen Weltraum Organisation ESA, mit der zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt ein Rendezvous mit einem Kometen gelungen ist, bei dem ein Landemodul auf der Oberfläche des Kometenkerns abgesetzt wurde.

Die Gesamtdauer der Rosetta-Mission beträgt mehr als zwanzig Jahre. Das Ziel, der Komet 67P Churyumov-Gerasimenko („Chury“), wurde am 6. August 2014 erreicht. Die am 2. März 2004 mit einer Ariane 5 in Kourou gestartete Muttersonde Rosetta legte dabei eine Strecke von etwa 6,5 Milliarden Kilometer zurück. Am 12. November 2014 setzte der Orbiter Rosetta seine Tochtersonde, den Lander Philae, nach einem äußerst komplizierten Landemanöver auf der Oberfläche des Kometen ab.

„Die operationellen Herausforderungen für den über Entfernungen von mehreren hundert Millionen Kilometer ferngesteuerten Flug um einen unbekannten, dynamisch aktiven, kleinen Himmelskörper wie einen Kometenkern, sind enorm. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die diese Mission verspricht, könnten bahnbrechend sein, unter anderem für die Frage, wie das Leben auf die Erde kam“, kommt Dr. Ferri geradezu ins Schwärmen. Das Ende der Operationen ist für Dezember 2015 geplant.

Kometenkerne enthalten die weitgehend unveränderte „Urmaterie“ aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren. Mit den bisherigen astrochemischen Materialanalysen der Rosetta-Mission konnten insgesamt 16 verschiedene organische Moleküle nachgewiesen werden, darunter Schlüsselmoleküle für die Synthese von Aminosäuren, die als fundamentale Bausteine des uns bekannten Lebens gelten, das auf der organischen Kohlenstoffchemie beruht. Die Ergebnisse stützen die Vermutung, dass Aminosäuren ursprünglich durch Kometen auf die Erde gelangt sein könnten. In einem günstigen Milieu in den Tiefen der Ozeane könnte zunächst primitives Leben entstanden sein, aus dem sich im Verlauf der Evolution die Vielfalt der Arten und mit dem Homo sapiens auch intelligentes Leben entwickelt hat. Auf diese Weise könnte auch auf anderen Planeten Leben entstanden sein.

Die Rödermärker Hochschultage fördern mit ausgewählten wissenschaftlichen Themen den Dialog zwischen Hochschule, Schule und der interessierten Öffentlichkeit. (bp)

Quelle: op-online.de

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