Hunde kullern dicke Bälle zielsicher ins Tor

Vierbeiner ein Vorbild für Thomas Müller

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Der typische „Nasenschubser“: Ryo hat erst vor einem halben Jahr mit Frauchen Tina beim Club der Hundefreunde mit Treibball angefangen. Er tut’s mit großem Vergnügen, nur sein Temperament steht ihm oft etwas im Weg.

Waldacker - Treibball ist der neue Trendsport, der Hunde jeder Größe und Rasse in Bewegung bringt. Beim Club der Hundefreunde Waldacker (chw) ist der Zulauf so groß, dass sich drei Trainer ums Treibball-Spiel kümmern. Von Christine Ziesecke 

Bei den Hunden ist’s wie bei den Menschen. Der Ball ist rund, und das Runde muss ins Eckige! Großer Unterschied: ein Spiel dauert keine 90 oder gar 120 Minuten, sondern genau so lange, bis die weiche Hundeschnauze drei riesige Bälle zielgerichtet und möglichst fehlerfrei ins Eckige geschubst hat. Oder besser „getrieben“, denn der Sport heißt Treibball und erfreut sich derzeit rasant zunehmender Beliebtheit. „Wir sind im ganzen Rhein-Main-Gebiet der einzige Verein, der Treibball anbietet. Drum kommen unsere Mitglieder zweimal wöchentlich aus allen Ecken zu uns, und zum Turnier heute sind sie aus halb Deutschland angereist“, freut sich Uwe Klostermann vom Club der Hundefreunde Waldacker (chw), der am Wochenende ein Turnier ausgerichtet hat.

Vor zwei Jahren hatten die Hundefreunde schon einmal Treibball-Freunde zu Gast. Damals trug noch der Verband das Turnier aus. Doch längst haben sie genug eigene Erfahrung. „Ich selbst habe im zweiten Jahr schon 30 Hunde ausgebildet und wir haben mittlerweile drei Trainer dafür, so groß ist der Zulauf.“ Uwe Klostermann erläutert auch den Grund des starken Interesses. Treibball ist ein spielerischer Sport für jedes Alter, jede Größe, jeden Körperbau – und das nicht nur beim Tier, sondern auch bei Menschen. Herrchen und Frauchen müssen nicht wie bei Agility-Wettbewerben neben ihren Vierbeiner herhecheln, sondern dirigieren ihn ganz dezent von der Nähe des Tores aus. Aufgabe des Tieres: nach einer kurzen Aufwärmphase drei große Kunststoffbälle ins Tor zu befördern – auf Zeit und möglichst fehlerfrei. Umwege über die Auslinie, lautstarkes Bellen und vieles mehr ist verboten. Denn das alles kostet zwar keine Strafstöße oder gelben Karten wie bei den Zweibeinern, sondern Strafpunkte in der Endabrechnung.

Die 45 gemeldeten Vierbeiner traten in Waldacker in vier Klassen an: in der Fun-Klasse für Anfänger und besonders Verspielte, wo noch mit Leckerlis nachgeholfen werden darf, sowie in drei Leistungsklassen mit verschieden langen Wegen - acht, zwölf und in der Königsklasse zwanzig Meter - hin zum Tor.

Bilder aus dem Jahr 2014

Treibball-Turnier der Hundefreunde Waldacker

„Es ist schon zu bewundern, dass der Hund diese lange Strecke im Auge behält und sich nicht ablenken lässt“, staunt selbst die Verbands-Schiedsrichterin, die den Besitzern zuvor eine klare Regelkunde erteilt hat. „Es gibt da völlig unterschiedliche Methoden. Die meisten treiben mit der Schnauze, manche weichen lieber auf die Pfote aus, und dann haben wir da einen, der treibt den Ball mit der Schnauze bis vors Tor und schubst ihn dann elegant mit einem Schlenzer des Hinterteils hinein“, erzählt Uwe Klostermann. Vielleicht sollte er diesen Tipp an den bisher verhinderten Torschützen Thomas Müller weitergeben?

Eines steht jedenfalls fest. Bei den Zweibeinern macht das Verfahren des Toreschießens niemals so viel Vergnügen wie bei diesen Vierbeinern. Wer jetzt Interesse hat, der kommt mit oder ohne Hund am Sonntag, 28. August, ab 10 Uhr zum Schnuppertag aufs Gelände des chw in Waldacker oder informiert sich über www.chw1968.de

Quelle: op-online.de

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