Ortskerninitiative besteht seit fünf Jahren

„IGOR“ feiert quer durch Ober-Roden

+
Südlichen Charme versprüht die Hofreite von Familie Mieth (junior) in der Obergasse.

Ober-Roden - „IGOR“, die Interessengemeinschaft lebendiger Ortskern Ober-Roden, gewährte Einblicke hinter Hof- und Gartentore. Zum fünften Geburtstag organisierte die Initiative einen Stadtrundgang, den die Besucher auf eigene Faust unternehmen mussten.

Vor fünf Jahren hat sich eine Gruppe Ober-Röder zusammengeschlossen, um die Interessen der Menschen im alten Ortskern zu wahren und die Entwicklung behutsam zu beeinflussen. Zum fünften Geburtstag zeigten sie, warum sich das lohnt: „IGOR“, die Interessengemeinschaft lebendiger Ortskern in Ober-Roden, hat etliche Hofreiten geöffnet - jene Kleinode, die man als Fußgänger oder erst recht als Autofahrer immer nur hinter den hohen alten Toren vermutet. Sie tat’s, ohne jemandem Konkurrenz zu machen, weil die „Offenen Gärten“ ohnehin eine Pause einlegen.

Fünf Gärten in der Obergasse und der Rilkestraße hießen Neugierige mit weithin sichtbaren Bannern willkommen. Die Familien Lange, Mieth, Sonnleitner und Bruder gaben Auskunft über ihre zum Teil jahrhundertealten Häuser und die meist in den vergangenen Jahren erfolgte schrittweise und ganz vorsichtige Anpassung an moderne Bedürfnisse und Gewohnheiten.

Bei Familie Mieth etwa konnte man Fotos der Großeltern und Eltern betrachten, die auf diesem Grundstück lebten. Familie Lange bot eine Pinnwand, in welchem Zustand sie dieses große Grundstück in der Obergasse 1981 erworben hatte. Mittlerweile haben die Langes so manches abgerissen und vieles umgebaut, aber immer im Rahmen des alten Gesamtbildes. Heute präsentiert sich das Anwesen als Schmuckstück mit viel historischem „Beweismaterial“ von der Bauernsense bis zum Werkzeug früherer Jahre. Hier war auch die von Patricia Lips für den Heimat- und Geschichtsverein erarbeitete Ausstellung alter Ober-Röder Gasthäuser noch einmal zu bestaunen. Recht neue Kunst - von der Hausherrin selbst gestaltet - gab’s überall versteckt zu entdecken.

Mitmachen & gewinnen: Wir suchen den schönsten Garten der Region!

Auch in den anderen Gärten präsentierten sich Rödermärker Künstler, KiR-Mitglieder ebenso wie Nachbarinnen oder Freundinnen, die oft mit farbenfrohen großflächigen Bildern und Skulpturen zusätzliche Blickfänge setzten. Edelstahl-Gänse schienen im Garten von Familie Bruder in der Rilkestraße rasch das Weite zu suchen, während bei den Hofnachbarn Sonnleitner 30 höchst lebendige Tauben den vielen Besuch mit ihrem Gurren begrüßten.

Das Beeindruckendste waren die vielen schönen Ecken und Winkel, die sich im alten Ortskern hinter oft massiven Mauern verbergen und an solchen Tagen entdeckt werden wollen.

Nicht zu übersehen sind dagegen die Gärten nahe der Rodau, in denen die Kita St. Nazarius und die Trinkbornschule Kindern die Natur nahe bringen und die unter fachkundiger Pflege zu echten Bauerngärtchen herangereift sind. Hier konnten Eltern und Familien bewundern, was ihre Kinder in der Erde gepflanzt und angelegt haben wie etwa das Weiden-Iglu oder das Bohnenzelt, die beide kräftig wachsen. Vorbei an den freundlich gesonnenen Ziegen und Hühnern der Familie Frank konnten Gartenfreunde auf dem Oberwiesenweg weiter pilgern bis zur Kinder- und Jugendfarm, die sich an diesem Nachmittag vorstellte.

Der Tag der offenen Höfe, Gärten und Lehrgärten gab viele spannende Einblicke frei, die sonst eher verschlossen liegen - eine schöne Neuerung, die sich doch im Wechsel mit den „Offenen Gärten“ fest im Rödermärker Kulturplan verankern sollte. (chz)

Tag der Offenen Gärten

Quelle: op-online.de

Kommentare