Für junge Moslems in der Schule an den Linden

Islamunterricht als Pflichtfach in Urberach

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Urberach - Die Schule an den Linden ist eine von 46 hessischen Grundschulen, an denen islamischer Religionsunterricht in deutscher Sprache auf dem Stundenplan steht. Derzeit besuchen zwölf Erstklässler muslimischen Glaubens den Unterricht.

Kübra Uzun unterrichtet an der Urberacher Grundschule islamischen Religionsunterricht. Von Haus aus ist sie Lehrerin für Deutsch und Politik.

Seit Beginn des neuen Schuljahres gibt es in der Schule an den Linden ein neues Pflichtfach, den „bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht“. Ruth Anderson, die kommissarische Schulleiterin, und Lehrerin Kübra Uzun erläuterten vor der Presse das Konzept, Bürgermeister Roland Kern schilderte den langen Weg von der ersten Idee bis zur Einführung: Für dieses Unterrichtsfach hatten sich Magistrat und Ausländerbeirat seit 2011 engagiert und Gespräche mit dem Kultusministerium, den Grundschulen und Eltern geführt. Da die Einführung des Islamunterrichts an hessischen Grundschulen damals nicht absehbar war, andererseits viele Elternwünsche vorlagen, entwickelte der Ausländerbeirat mit Unterstützung des Islaminstituts an der Goethe-Universität ein Konzept für die Vermittlung der Grundlagen des Islam an Kinder. Ab Anfang 2013 besuchten dann etliche junge Moslems die Kurse an der Volkshochschule Rödermark. Letztlich erwies sich das Angebot jedoch als nicht tragfähig. Das Interesse ließ nach, die Kurse mussten eingestellt werden.

Zuversicht kehrte nach Auskunft des Bürgermeisters ein, nachdem die Stadt, der Ausländerbeirat und die beiden Grundschulen im November 2014 im Kultusministerium vorstellig wurden, um dort mit dem Staatlichen Schulamt die Chancen auszuloten. Die Schule an den Linden kam jetzt zum Zug. Hessenweit startete der islamische Religionsunterricht am 7. September in sein drittes Jahr. Der Versuch begann 2013/2014 mit 27 Schulen, im vergangenen Schuljahr boten 38 Schulen islamischen Religionsunterricht an. Jetzt 46 sind es 46. Die Zahl der Schüler hat sich von 1180 auf mehr als 2000 erhöht. Hessenweit werden in den Jahrgangsstufen 1, 2 und 3 unterrichtet. In Urberach gibt Kübra Uzun zwölf Erstklässlern Unterricht. Sie machen nächstes Jahr als Zweitklässler weiter, die neuen Erstklässler kommen dazu. „Ich will diese Religion zeigen, wie sie ist“, sagt Kübra Uzun.

Ihre Chefin Ruth Anderson hob den Beitrag des islamischen Religionsunterrichts zur Werteerziehung hervor: „Den Schülern wird ihr Glaube in einem regulären Unterrichtsfach nahegebracht und sie werden zur Reflexion und Argumentation befähigt.“ Bürgermeister Kern formulierte die Vorzüge mit knapperen Worten: „Islam wird nicht mehr in Hinterzimmern gelehrt.“

Quelle: op-online.de

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