Der Blickwinkel der Kinder ist gefragt

Junge Rödermärker entwickeln eigenen Erlebnisstadtplan

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Mit kleinen Fähnchen auf dem Stadtplan markieren die Kinder vorhandene Freizeitangebote, die sie für lobenswert halten.

Rödermark - „Midde noi“ heißt es in wenigen Wochen wieder in Ober-Roden; schon „Drin“ heißt es seit Freitag in ganz Rödermark. Kinder und Jugendliche stellen gemeinsam einen Erlebnisstadtplan zusammen. Das Projekt erstreckt sich über drei Jahre. Von Christine Ziesecke

Die Abkürzung „Drin“ steht für dabei sein – Räume entdecken – initiativ werden – Nachbarschaft leben. Das ist die neue Initiative, mit der die Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und die Diakonie seit Januar hessenweit 28 Projekte fördern und begleiten. Ein Projektpartner ist die Jugendarbeit der Stadt Rödermark. Der Ablauf: Kinder und Jugendliche sammeln in den nächsten drei Jahren Informationen zu besonderen Orten in Rödermark, nehmen Spiel- und Sportplätze in Augenschein und entdecken dabei hoffentlich auch neue Plätze und damit Lebensqualität in ihrer Stadt.

Die Erfahrungen, Wünsche und Ideen der Kinder sind gefragt: Im Projekt „Drin“ erarbeiten sie gemeinsam einen Erlebnisstadtplan.

„Wir wollen Lust darauf machen, unsere Stadt genauer anzuschauen“, formulierte Dr. Boris Slamka vom evangelischen Dekanat Rodgau. Aus den gesammelten Informationen und Gestaltungsideen wird ein Stadtplan zusammengestellt, der Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen und Neubürgern helfen soll, ihre Stadt neu zu erleben und zu entdecken. Zum Auftakt waren Kinder aus den Kinderhorten Pestalozzistraße und Potsdamer Straße, aus der Schulkinderbetreuung der Trinkbornschule wie der Schule an den Linden, aus Trinkborn- und Nell-Breuning-Schule sowie aus den Kirchengemeinden und von den Pfadfindern der Freien evangelischen Gemeinde in die Kelterscheune gekommen. Sie warteten geduldig, was Dekan Carsten Tag, Erster Stadtrat Jörg Rotter und Thomas Jung vom „Drin“-Zentralbüro ihnen erzählten rund um Kinderrechte, um die Wichtigkeit der frühen Beteiligung im eigenen Lebensbereich und um die doppelt positiven Auswirkungen für die Kinder wie für die Organisatoren.

Dr. Boris Slamka stellte das Projekt noch einmal vor, ehe die Kinder – erst zögerlich, dann doch sehr bereitwillig – ihre ersten Erfahrungen zum Erlebnisstadtplan einbrachten. „In der Pestalozzistraße ist ein schöner Spielplatz!“ – „Und hinten im Wald!“ – „Neben meiner Kita ist auch einer!“ Die Empfehlungen der Kinder wurden von Edith Itta – Stellvertreterin für die erkrankte Stephanie Grabs – und Boris Slamka auf den Stadtplänen mit bunten Fähnchen markiert.

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Einige Einrichtungen hatten schon selbst gemalte Wunsch-Pläne dabei, andere brachten Fotos ihrer Lieblingsplätze mit. Schrittweise kamen die Kinder selbst darauf, dass dies keineswegs nur Spielplätze sind, sondern sehr wohl auch die Kletterwand im Jugendzentrum, ihr Sportverein, die Skaterbahn, der Wald auf der Bulau und vieles mehr. Die Pinnwände und die Karte füllten sich; die Kinder sprudelten immer mehr Lieblingsplätze heraus, aber monierten auch Fehlendes und artikulierten Erwünschtes. Stolz nahmen sie ihre Projektausweise entgegen, die sie nicht nur bis zum nächsten gemeinsamen Termin Anfang nächsten Jahres als Mitarbeiter in der Recherchearbeit ausweisen. Dann wird es erneut zum Sammeln und Sichten kommen, vor allem aber zu den großen Entscheidungen: „Wie können die jetzt so anschaulichen Fähnchen und Nadeln auf dem Rödermark-Plan in einer Karte umgesetzt werden? Welche Zeichen sollen die signifikanten Stellen bekommen? Wie gehen wir damit weiter vor?

Spannend ist und bleibt für die nächsten zwei Jahre der Ansatz, dass die Kinder und Jugendlichen die eigentlichen Redakteure dieses Stadtplans sein werden. „Sie haben den richtigen Blickwinkel dafür, was für einen Erlebnisstadtplan von Bedeutung ist“, betonte Erster Stadtrat Jörg Rotter.

Zentrale Kontaktstellen für alle Informationen sind im evangelischen Dekanat Dr. Boris Slamka, Tel.: 06074/4846122, boris.slamka@dekanat-rodgau.de und in Rödermark Stephanie Grabs, Tel.: 06074/911-616, stephanie.grabs@roedermark.de.

Quelle: op-online.de

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