Barriere am Rödermarkring bringt Autos aus der Spur

Katapulte aus gelbem Plastik: Fünf Unfälle in einem Monat

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Die Fahrbahnteiler vor der neuen Tankstelle hebelten ein Auto aus Mainz vom Rödermarkring. Es landete auf dem Dach.

Ober-Roden - Eine Schwer- und zwei Leichtverletzte, dazu fast 71.000 Euro Schaden. Das ist die Bilanz von fünf Unfällen, die innerhalb von vier Wochen auf dem Rödermarkring passierten. Auslöser waren die Fahrbahnteiler vor der neuen Tankstelle. Von Michael Löw

Fünf Unfälle haben in den vergangenen Wochen Lücken in die gelbe Barriere gerissen. Rot-weiße Warnbaken mit Blinklichtern machen den Fahrbahnteiler besser sichtbar. Doch eine Dauerlösung kann das nicht sein.

Gelbe, gut 40 Zentimeter hohe Hindernisse aus massivem Kunststoff sollen verhindern, dass Autofahrer vom Rödermarkring, der B 459, links zur neuen Tankstelle abbiegen beziehungsweise sich von dort nach links auf den Rödermarkring Richtung Dietzenbach einfädeln. Verkehrssicherheit war das Argument, mit dem der Kreis Offenbach diese Maßnahme anordnete. Hessen Mobil hat die Fahrbahnteiler - einige von ihnen mit Warnbake oben drauf - aufgestellt. Abbiegeunfälle hat es in der Tat keine gegeben. Doch die Polizeistation Dietzenbach registrierte zwischen dem 14. November und 10. Dezember dort fünf Unfälle mit drei Verletzten und einem Schaden von rund 71.000 Euro. Nicht Ursache, aber „Verstärker“ waren die Fahrbahnteiler. Sie hebelten Autos aus der Spur und katapultierten einige von ihnen sogar aufs Dach. So geschehen zuletzt am Donnerstag voriger Woche. Da erwischte es einen Autofahrer aus Mainz

Ebenfalls an diesem Donnerstag überschlug sich ein 76-Jähriger mit seinem Mercedes. Der Benz kam nach 29 Metern wieder auf den Rädern zum Stehen, der Fahrer kam ins Krankenhaus. Zum Glück trug er nur leichte Verletzungen davon. Der teuerste Unfall passierte am 14. November: Ein 71-Jähriger aus Bruchköbel übersah die gelben Teiler, sein Auto schleuderte ein schweres Plastikteil auf die Gegenfahrbahn, wo es gegen einen Golf prallte. Den Schaden an beiden Autos gab die Polizei mit 33.500 Euro an. Die Fahrbahnteiler waren nach Auskunft einer Kreissprecherin Teil der Baugenehmigung für die Tankstelle. Doch nach den Unfällen häuft sich die Kritik. Erster Stadtrat Jörg Rotter sieht die Bedenken des Rödermärker Ordnungsamtes bestätigt: Trotz der Signalfarbe seien die Hindernisse bei Nebel oder Dunkelheit nur schwer zu erkennen - zumal auf der Bundesstraße eine Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern gilt.

Die Polizei betont, dass Unfallursache fast immer Unachtsamkeit gewesen sei. Dass die Unfälle aber so schwere Folgen hatten, liege an der Hebelwirkung der Fahrbahnteiler. Deshalb fordert die Polizei besser sichtbare und vor allem niedrigere Barrieren. Der Kreis will mit Stadt, Polizei und Hessen Mobil die Entschärfung dieses Gefahrenpunktes erörtern.

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Quelle: op-online.de

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