Besucher aller Generationen

Kerb in Ober-Roden: Tradition und neue Elemente

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Das Kinderkarussell ist zwar etwas abgelegen, weil das Herz der Ober-Röder Kerb längst am Marktplatz schlägt. Doch Kinder finden es immer und überall.

Ober-Roden - Bestes Feierwetter, reichlich Besuch: Die Macher der Ober-Röder Kerb hatten bisher viel Grund zur Freude. Allerdings trübte eine Schlägerei mit einem Verletzten die Stimmung. Von Christine Ziesecke 

Der Mundartabend im „Dinjer-Hof“ war auch heuer wieder der gelungene Einstieg in die Oweräirer Kerb, die mit Petrus im Bunde lag und bei allerbesten Wetterbedingungen viele Gäste anlockte. Alle traditionellen Programmpunkte zogen die Menschen an. Das wirklich perfekt gelungene Kerbbaumstellen durch das Dutzend junger kräftiger Kerbburschen am Marktplatz ebenso wie der anschließende Bierfass-Anstich durch Ersten Stadtrat Jörg Rotter. Der verschliss diesmal - wohl ohne eigenes Verschulden - mehrere Zapfhähne und verspritzte schließlich mit voller Wucht das Freibier Richtung Pressevertreter statt in die bereit gehaltenen Maßkrüge.

Kein Problem stellte der Kerbbaum in diesem Jahr für die gut gerüsteten Kerbburschen dar. Als problematischer erwies sich das Freibierfass - das brachte den Ersten Stadtrat Jörg Rotter an die Grenzen seiner Zapf-Kompetenz.

Zuvor hatte der Kerbverein wieder drei neue Zwetschgenbäume im „Kerbwald“ hinter dem TG-Sportplatz gepflanzt. Zwei hatten die einstigen Kerbburschen und jetzt frisch gebackenen Väter Reisert und Zerling für ihre Kinder Ava und Rafael gestiftet, der dritte wächst in Erinnerung an den in diesem Jahr verstorbenen Franz Roth. Alle Bäumchen wurden mit Bier beträufelt und mit guten Wünschen ihrem Wachsen überlassen. Und auch der Kirchgang der Kerbburschen mit der entsprechenden Predigt gehörte traditionell zum Kerbprogramm.

Superstimmung herrschte am Samstag Abend rund um das Stagemobil, auf dem die „Party-Cräääckers“ wie üblich ihr Publikum mit allerfeinster Fetenmusik zum Feiern brachten. Auch im Germania- und im TG-Zelt trafen sich die Kerbgäste: mal die Jüngeren zu ihrer Musik, mal die Älteren. Außerdem waren rund um den Marktplatz auch auf die vielen Bänke von TG und Après-Ski-Komitee voll besetzt. Alles rund um die Livemusik zog die Menschen an. Je weiter man sich von der Kirche in Richtung Rathaus entfernte, umso dünner wurde der Besuch; die jüngsten Kerbgänger aber fanden ihren Weg vorbei an Zuckerwatte, Lebkuchenherzen, Entenspielchen und kunterbunten Slush-Getränken hin zum Autoscooter oder zum Kinderkarussell am Rathaus.

Kerb 2015 in Ober-Roden: Fotos

Der Renner am Samstag Abend, der den Marktplatz und die angrenzenden Straßen bis auf den letzten Platz füllte, war der Auftritt der „Party-Cräääckers“.

Die Hoffnung der beiden in Dietzenbach stationierten Polizisten, die sich am Freitag gegen 22 Uhr mitten in der Kerbmeile mit den drei Security-Mitarbeitern darüber austauschten, dass es dank durchaus zivilisierter Besucher ein sehr ruhiger und problemloser Abend werden würde, trog leider. Spät in der Nacht, so berichteten Augenzeugen am Samstag, sei es zu größeren Ausschreitungen mit Verletzten, Personendaten-Aufnahmen und Platzverweisen gekommen. Ein Polizeisprecher bestätigte gestern Nachmittag auf Anfrage unserer Zeitung, dass seine Kollegen um 2.25 Uhr zu einer Schlägerei gerufen wurden und eine halbe Stunde später einen Rettungswagen anforderten. Weitere Einzelheiten wie die Art der Verletzung oder die Zahl der Platzverweisen konnte er nicht nennen. Zu der Zeit waren „anständige“ Kerbbesucher aber längst zuhause im Bett und freuten auf die nächsten Tage.

Auch am heutigen Montag geht’s noch einmal rund. Bis in den Abend feiert Ober-Roden dann Frühschoppen. Stadtverwaltung und zahlreiche Firmen geben ihren Mitarbeitern frei - bis hin zur Kerbbeerdigung am Gleisdreieck, wenn die Kerbburschen als vorerst letzten Akt ihrer Regentschaft die Kerbpuppe verbrennen.

Quelle: op-online.de

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