Die Seele einfach baumeln lassen

Kinder aus der Gallus-Kita genießen Freizeit auf der Bulau

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Aus der Situation geboren: Zeichnen mit Kohle, frisch vom Grill auf der Bulau und den Kindern von der Erzieherin und Hobby-Künstlerin Anja Kugler nahe gebracht.

Urberach - Der Kindergarten St. Gallus ist kein Waldkindergarten. Trotzdem ist er jetzt für zwei Wochen auf das Freizeitgelände der Bulau umgezogen. Denn die eigentliche Kita in der Schömbsstraße wird weiter umgebaut.

Wo sonst Kinder spielen, wird derzeit gebaggert. In den ersten drei Ferienwochen war die Gallus-Kita ganz geschlossen, jetzt leben Betreuer und Kinder zwei Wochen lang zum Vergnügen aller mitten auf der Bulau. Im vergangenen Jahr war schon beim ersten Teil der Umbauarbeiten im Inneren der Kita ein Probelauf gewesen. Der war so schön, dass Kita-Leiterin Annemarie Kern-Richter mit den Erziehern und Erzieherinnen überlegt hatte, die Bulau in ihr Jahresprogramm mit aufzunehmen – zumindest eine Woche lang. Nun wurden zwei daraus, da in dieser Zeit die Grundlagen für den geplanten Anbau gelegt werden. Der Vorplatz rechts neben der Eingangstür wird für den Neubau eines Küchen- und Caféteria-Anbaus vorbereitet.

Alle Beteiligten freuen sich darauf: „Wir haben nach dem letzten Mal alle zusammen festgestellt, wie toll und entspannt die Zeit hier war und wie gut wir mit den Kindern arbeiten konnten“, fasst Erzieherin Alexandra Degen zusammen und berichtet: „Letztes Mal hatten wir vorsichtshalber noch einige Sachen aus der Kita mit hier hochgebracht. Diesmal haben wir’s fast völlig gelassen – wir brauchen hier nichts. Die Umgebung ist Spielplatz genug.“ Gemalt etwa wird mit angekokelter Kohle vom großen Freiluftgrill. Erzieherin Anja Kugler, in der offenen Arbeit der Kita für die künstlerische Entfaltung zuständig, sitzt mitten drin und gestaltet Kohlezeichnungen mit wenigen bunten Glanzlichtern. Und die Kinder machen es ihr begeistert nach.

Fast ständig bitten die Kinder auch einen der Betreuer, mit in den Wald zu kommen. Die großen Betonröhren verlocken ebenso wie die alten Bäume zum Klettern – gerne alleine, aber nur unter Aufsicht. „Da gab’s auch schon eine leicht gequetschte Hand, aber auch so etwas wird hier viel leichter genommen von den Kindern als in der Kita.“

Kinder sicheren Umgang mit Feuer üben lassen

Jetzt in den Ferien sind es auch nur etwa 35 Kinder täglich. Das erleichtert die Organisation. Am ersten Morgen wurden die Regeln aufgestellt. Kinder, die schon im vergangenen Jahr dabei waren, konnten davon erzählen. Die äußeren Grenzen wurden festgelegt, in deren Rahmen die Kinder sich frei bewegen können. In den Wald geht’s nur mit Betreuern, und auch der Gang aufs stille Örtchen wird angemeldet – schließlich gibt’s hier auch Spaziergänger; man ist ja nicht allein auf der schönen Bulauwelt. Und dass frisch gepflückte Beeren nicht einfach gegessen, sondern erst gezeigt und dann gewaschen werden, ist auch eine Regel, die sonst eher uninteressant ist.

Die Eltern bringen die Kinder wie sonst auch; zwischen 7.30 Uhr und 15.30 Uhr ist hier geöffnet. Der Tagesablauf ist dem Kita-Alltag angeglichen, so auch die tägliche Großversammlung mit ihren Ritualen mit Gesang und kurzem Dankgebet am Anfang und Ende. Ihr Frühstück holen sich die Kinder aus ihren Taschen oder von den vorbereiteten Gemüse- und Obsttellern. Wer in den Ferien Geburtstag hatte oder in diesen Wochen hier, wird wie immer mit einer Krone und mit Liedern gefeiert. Das Mittagessen wird wie sonst auch vom Dietzenbacher Caterer gebracht; gespült wird in der Küchenzeile der Bulau. Bis zum 26. August einschließlich genießen alle den Kita-Alltag auf der Bulau, danach wird wieder in den Kindergarten umgezogen. chz

Quelle: op-online.de

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