Rotter: Versorgung langfristig gesichert

Kinderärztin jetzt Herrin im Rektorhaus

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Die Kinderärztin Dr. Sonja Weichbrodt (Mitte) hatte den Ersten Stadtrat Jörg Rotter in die Praxis im früheren Rektorhaus eingeladen, das sich nun offiziell im Familienbesitz befindet.  

Urberach - Rödermark wird jungen Familien auf Jahre hinaus eine Kinderärztin vor Ort bieten können. Die Stadt hat das frühere Rektorhaus in der Töpferstraße an die Eltern von Dr. Sonja Weichbrodt verkauft, die dort seit 2013 praktiziert.

Das, so Sozialdezernent Jörg Rotter, verschafft Rödermark einen Standortvorteil, den selbst größere Kommunen nicht haben. Das Original des im Februar unterzeichneten Kaufvertrags hatte Erster Stadtrat Jörg Rotter dabei, als er Kinderärztin Dr. Sonja Weichbrodt einen Besuch in der Töpferstraße abstattete. Die Stadt hatte das ehemalige Rektorhaus der Schule an den Linden zum 1. Mai an die Eltern der Medizinerin veräußert und damit die Hoffnung verbunden, die kinderärztliche Versorgung auf Jahre sichern zu können.

Das Rektorhaus wurde 1908 gebaut und jahrzehntelang von der Urberacher Schule genutzt. Seit das Haus in den Besitz der Stadt übergegangen war, dienten das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss als Kinderarztpraxis. Das Dachgeschoss wurde zu Wohnzwecken vermietet. Von 1983 bis 2012 hatten Dr. Jörg Ott und seine Frau dort ihre Kinderarztpraxis. Danach übergab das Ehepaar die Arztpraxis an Dr. Weichbrodt, die ihre Tätigkeit am 1. April 2013 aufnahm. Bald nach ihrem Einzug bekundete die Kinderärztin ihr Interesse am Erwerb des Anwesens. Die städtischen Gremien befürworteten den Verkauf, im Juli 2014 war es soweit. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte dem Preis von 330 000 Euro zu. Darin ist ein Abschlag in Höhe von 20 000 Euro für so genannte Grunddienstbarkeiten enthalten. Wegen der im Grundbuch eingetragenen Rechte der Schule (Übergangs- und Überfahrtsrecht, Leitungsrecht, Abstandsflächen) habe es noch einige Monate gedauert, bis das Anwesen aus der Gründerzeit tatsächlich „verkaufsreif“ gewesen sei, so Rotter.

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Schon 2011 hatten die Kommunalen Betriebe das Dachgeschoss modernisiert und ein neues Bad eingebaut. Vor der Übergabe der Praxis an Dr. Weichbrodt wurden in den Praxisräumen weitere Renovierungsarbeiten vorgenommen. Die Kosten dafür bezifferte Rotter gestern gegenüber unserer Zeitung mit rund 10 000 Euro.

„Ich gehe von hier so schnell nicht weg“, versicherte Dr. Weichbrodt, Kinderärztin „mit Leib und Seele“, wie sie sagt. Rotter hatte sich seit den ersten Gesprächen mit Dr. Weichbrodt und ihren Eltern im September 2013 für den Verkauf des Gebäudes stark gemacht. Seiner Ansicht nach ist die Praxis in dem ehrwürdigen Gebäude ein echter Standortvorteil für Rödermark. „In vielen Kommunen des Kreises gibt es keinen Kinderarzt, auch nicht in größeren Städten als Rödermark.“

(lö)

Quelle: op-online.de

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