Turngemeinde braucht Prinzen

Kinderprinzessin Mia vor Alleinherrschaft?

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Die Turngemeinde-Karnevalisten haben für die neue Kampagne zwar eine Nachfolgerin für Kinderprinzessin Lilli Rieser gefunden. Doch wer übernimmt die Kappe von Tim Frank? 

Ober-Roden - Das gabs in 4x11 Jahren Ober-Röder Kinderfastnacht noch nicht: Die Turngemeinde hat zwar eine Prinzessin, aber ihr Prinz fehlt noch. Der Verein sucht jetzt öffentlich nach dem männlichen Part des Jung-Regentenpaars. Von Michael Löw 

„Jungs, wo seid Ihr?“, fragt Karlheinz Weber. Der Vorsitzende der Turngemeinde ist zugleich Abteilungsleiter der Karnevalisten und steht vor einem nie gekannten Nachwuchsproblem: Gut drei Wochen vor dem 11.11. hat er erst ein halbes Prinzenpaar. Gesucht wird Rödermarks Kinderprinz. „Er muss ein lustiger Kerl sein“, erklärt Weber die wenig überraschende Hauptanforderung. Trauerklöße oder Miesepeter können sich die Bewerbung also sparen. Elf Jahre wären ein optimales Prinzenalter. Denn dann haben Kinder - sofern sie denn katholisch sind - ihre Erstkommunion schon gefeiert und haben während der Kampagne einen halbwegs freien Terminkalender.

Der Kinderprinz braucht weder Erfahrung in der Bütt noch als Redenschreiber. Und muss noch nicht einmal im Verein aktiv sein - was die Zahl möglicher Kandidaten immens vergrößert. Rund ein Dutzend Auftritte absolviert das Kinderprinzenpaar von seiner Ernennung bis Aschermittwoch. Besonders gern ist das Duo in Kindergärten und Grundschulen gesehen. Jede Menge Gaudi und „Helau“-Rufe versprechen der Rathaussturm in Ober-Roden und der Rosenmontagszug.

Bleibt die Frage, an wessen Seite Prinz Unbekannt das tut. Chef-Karnevalist Weber steckt da in einem Dilemma: Die „richtige“ Prinzessin könnte für manchen Jungen ein Grund sein, sich die Narrenkappe aufzusetzen. Doch traditionell gibt die Turngemeinde die Namen ihrer Prinzenpaare erst zum Kampagnenauftakt bekannt. Daher verrät Karlheinz Weber nur, dass die Regentin Mia heißt.

Bilder: Kindersitzung der TG Ober-Roden

Eltern müssen keine Angst haben, dass sie Unsummen für die närrischen Ambitionen ihres Sohnes ausgeben müssen, beruhigt Weber. Die Kappe mit den langen Federn und den Umhang stellt der Verein. Ein weißes Hemd und eine dunkle Jeans hat jeder Junge, der stilistisch was auf sich hält, im Schrank hängen. Bezahlen müssen die Eltern nur die „Gudsjer“ und anderes Wurfmaterial. Viele Ober-Röder Kinderprinzen und -prinzessinnen haben schon Karriere gemacht und Jahre später die großen Narren durch die Kampagne geführt.

Und was ist, wenn sich bis zum Bewerbungsschluss niemand bei Karlheinz Weber ( 06074/90891) gemeldet hat? „Notfalls mache ich"s alleine!“, sagt Mia. Doch das werden ihr die Ober-Röder Jungs hoffentlich nicht zumuten.

Quelle: op-online.de

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