Vandalen verwüsten Kirche

Kirchenfrevler wüten in St. Gallus

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Ein Anblick, der Christen jeder Konfession weh tut: Hostien, der „Leib des Herrn“, die die Einbrecher in der St. Gallus-Kirche herum geschleudert haben.  

Urberach - Einbrecher haben in der St.  Gallus-Kirche ihr Unwesen getrieben. Sie brachen den Tabernakel auf und zerstreuten die Hostien, die katholische Christen als „Leib des Herrn“ verehren, im Altarraum. Von den Tätern fehlt jede Spur. Von Christine Ziesecke

In der Nacht von Freitag auf Samstag sind Unbekannte in die Pfarrkirche St. Gallus eingebrochen. Sie haben die Sakristei durchsucht, Schränke brutal geöffnet und - besonders perfide - den Tabernakel geknackt und den „Leib des Herrn“ hinterm Altar auf den Boden geworfen. Auch Kelche und Schalen für die Hostien wurden entwendet.

Nach den ersten Ermittlungen sind die Einbrecher durch die Sakristei in die Kirche gelangt. Dort haben sie ein Taufkleid, ein Messgewand und weitere Gegenstände im Raum verstreut. Den stählernen verschlossenen Schlüsselschrank haben die Vandalen wohl für einen Tresor gehalten und aus einem Schrank herausgebrochen, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Rita Groß-Grevenbroich, derzeit auch Küsterin, wurde am Samstag morgen unsanft aus ihrem Bett geklingelt. Beim Aufschließen der St. Gallus-Kirche hatte Marita Weber den Einbruch entdeckt und Alarm geschlagen. Kurz danach fand eine Nachbarin einige der vermissten Wertgegenstände - darunter das Abendmahl-Geschirr aus dem Tabernakel - auf dem Parkplatz zwischen Volksbank und Buchhandlung. In einem Korb, ebenfalls aus der Kirche, hatten sich der oder die Täter ihrer entledigt. Entweder war ihnen die Beute zu schwer oder sie waren bei ihrem schändlichen Tun gestört worden. Diese Meinung vertritt auch die Dietzenbacher Polizei, die die Ermittlungen begonnen hat. Spurensicherer der Kripo Offenbach einige der wieder gefundenen Gegenstände mit. Die meisten waren aufgrund des Materials aber nicht für Fingerabdrücke brauchbar.

So schützen Sie sich vor Einbrechern

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Außer dem verschwundenen Videobeamer, kaputten Türzargen, herausgerissenen Schlüsselkasten und manchem mehr sind es vor allem Sachen von ideellem Wert sowie Reparatur- und Wiederbeschaffungskosten, die auf der Schadensliste stehen. „Die wirklich wichtigen Geräte, Kelche und mehr, sind wieder da. Aber es tut uns weh, dass sie den Tabernakel geschändet haben“, erläutert Rita Groß-Grevenbroich. Allein der Anblick der vor dem Allerheiligsten und auch in der Sakristei auf dem Fußboden verstreuten Oblaten bedrückt nicht nur katholischen Christen.

„Solche Taten bringen keinen Segen“, äußerte ein bedrückt wirkender Pfarrer Klaus Gaebler, und meinte damit nicht nur den jüngsten Einbruch in seine Kirche. Vor etwa drei Jahren war die Gallus-Kirche außerhalb der Messzeiten wochenlang geschlossen, weil die Gemeinde weitere Übergriffe fürchtete. Auch die anderen Rödermärker Gotteshäuser sind immer wieder Ziel von Frevlern.

Die Kriminalpolizei sucht Zeugen für den Einbruch, der zwischen Freitag, 17 Uhr, und Samstag, 9 Uhr, passierte. Wer verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat, wird gebeten, sich unter 069/8098-1234 zu melden.

Quelle: op-online.de

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