Teilnahme an Modellprojekt

Kita Lessingstraße: Bund unterstützt Sprachförderung

Volle Kraft ins Digitalzeitalter: Rödermärker Eltern können ihren Nachwuchs jetzt online für den Kindergarten anmelden. Das gilt für städtische Einrichtungen und die kirchlicher oder freier Träger wie die „Sternenburg“ der Johanniter in der Urberacher Bruchwiesenstraße.

Rödermark - Online-Anmeldung und Sprachförderung: Rödermarks Kindertagesstätten - sowohl städtische als auch die freier Träger - setzen auf zeitgemäßen Service und noch mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung. Die Kita Lessingstraße wurde für ein Bundesprogramm zur Sprachförderung ausgewählt.

„Kann ich mal die Butter?“ Wer hat nicht schon mit den Augen gerollt, wenn Kinder die berühmt-berüchtigten Fragen ohne das entscheidende Verb stellen. Nach einer Studie der Universitäten in Marburg und Gießen ist ungefähr jedes fünfte deutsche Kind (22 Prozent) in Hessen „sprachauffällig“, in der Sprachentwicklung verzögert oder gestört. Sogar gut die Hälfte der kleinen Ausländer (51 Prozent) hat Mängel in Deutsch. Die Untersuchung ist zwar mehr als zehn Jahre alt, doch an den Fakten wird sich nicht viel geändert haben.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat im Januar das Projekt „Sprach-Kitas“ gestartet und macht bis 2019 400 Millionen Euro dafür locker. Gefördert werden Einrichtungen, die von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit besonderem sprachlichen Förderbedarf besucht werden. Die Kita Lessingstraße wurde in das Programm aufgenommen, weil sie seit 2012 am Vorgängerprojekt teilgenommen hat. Das brachte der Stadt jährlich 25.000 Euro, mit denen sie eine Fachfrau für sprachliche Bildung finanzierte. Birgit Scholz übernahm diese Aufgabe mit einer halben Stelle, die jetzt mindestens für ein weiteres Jahr gesichert ist.

Sprachförderung fängt bei den Erzieherinnen an. „Auch wir müssen auf unsere Sprache achten“, sagt Birgit Scholz. Bruchstück-Sätze sind tabu. Hauptadressaten der Förderung sind natürlich die Kinder aus dem Urberacher Seewald quer durch alle Nationalitäten. Auch deutsche Kinder brauchen sie, denn in vielen Familien wird nicht mehr vorgelesen, Trickfilme im Fernsehen oder auf dem Tablet ersetzen das Gespräch am Esstisch. Ausländischen Kindern fehlen mangels Deutschkenntnissen Wortschatz und Ausdrucksfähigkeit. Auch Inklusionskinder brauchen Förderung.

Brigitte Scholz hat zusammen mit Kita-Leiterin Klaudia Breimhorst und ihrem Team den Entwicklungsstand der Kinder dokumentiert und ein Konzept ausgearbeitet, das Defizite verringert. Videoaufnahmen helfen dabei ebenso wie das Lesemaskottchen Ephraim, das die Kleinen früh mit Büchern vertraut macht. Ihr Wissen gibt Fachfrau Scholz an andere Kitas weiter.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Alle Rödermärker Kindertagesstätten haben Anfang der Woche einen großen Schritt ins Digitalzeitalter gemacht und nehmen Anmeldungen online entgegen. Seit 1. Februar hat die Stadt das Portal „webKITA“ freigeschaltet. Beteiligt sind nicht nur die eigenen Einrichtungen, sondern auch die kirchlichen und die freien Träger sowie die Tagespflege des Deutschen Kinderschutzbundes.

Erster Stadtrat Jörg Rotter zeigte sich sehr zufrieden, dass das zeitgemäße Angebot, an dem die Verwaltung schon lange mit eigenem Knowhow arbeitet, nun auf den Weg gebracht worden ist: „Das ist ein weiterer großer Schritt auf dem Weg zu noch mehr Familienfreundlichkeit in Rödermark.“

Über „webKITA“ können sich Eltern zunächst über die Kitas und die Gebühren informieren. Über das alphabetische Verzeichnis, die Karten-, Angebots- oder Trägersuche ist die Auswahl von bis zu zwei Betreuungsangeboten für eine Anmeldung möglich. Nach dem Anmeldevorgang erhalten eine Bestätigung, wenn ihr Kind auf der Warteliste aufgenommen ist. Diese Registrierung ist aber noch keine Platzzusage. Die erfolgt durch den Träger der Einrichtung.

Quelle: op-online.de

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