Kleiderladen des Roten Kreuzes

Qualität zum erschwinglichen Preis

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Ehrenamtliche Helferinnen wie Helga Lange sortieren im DRK-Kleiderladen Mützen, Handschuhe und Strumpfhosen in die Kästen, die sie vorsichtshalber auch mit Bildern zusätzlich zur Schrift ausgestattet hat. Und geben parallel am Telefon noch Auskunft, wann neue Kleiderspenden wieder angenommen werden.

Ober-Roden - Volle Hütte in der Dieburger Straße 8: Wie einst kurz vor Weihnachten der ehemalige Schreibwarenladen, ist auch jetzt das Geschäft meist voller Menschen. Doch sie haben oft weniger Geld im Portemonnaie als der durchschnittliche Berker-Kunde. Von Christine Ziesecke 

Im August 2013 hat hier der Rödermärker Kleiderladen, eine Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), seine Regale aufgebaut, nimmt gut erhaltene Waren entgegen und verkauft sie an jedermann - zu wirklich niedrigen Preisen. Mit der einstigen Caritas-Kleiderkammer im alten Feuerwehrhaus ist das Angebot nicht mehr zu vergleichen. Ein Vorteil ist die Lage an der engsten Stelle des Ortskerns. Hier muss jeder Fußgänger vorbei. Auch die häufig wechselnde Schaufensterdekoration trägt zum Erfolg bei: „Wenn wir am Wochenende etwas Interessantes oder mal besonders Schickes ins Fenster hängen, ist es am Montagmittag schon verkauft“, freut sich Helferin Gisa Pornschlegel.

Zu den etwa zehn Ehrenamtlichen gehört auch Helga Lange. Mindestens drei Tage in der Woche steht sie im Kleiderladen, manchmal sogar samstags: „Wir schaffen sonst unsere Arbeit nicht.“ Gerade nach dem Ersten eines Monats, wenn die Unterstützungen und Löhne ausgezahlt sind, oder jetzt zum Einbruch der kälteren Jahreszeit, stehen in Schüben oft bis zu 15 Menschen im kleinen Laden, und das bei nur zwei bis drei Helfern pro Öffnung. Helga Lange macht sich viele Gedanken zur bestmöglichen Versorgung der Kunden. So hat sie Kleinteile wie Strumpfhosen, Mützen oder Handschuhe in durchsichtige Boxen sortiert. Bilder ergänzen die Beschriftung.

Besonders arbeitsintensiv ist das Umräumen von Sommer- auf Wintergarderobe und zurück, dann schließt das Sozialkaufhaus einen Tag, weil es sonst nicht zu schaffen ist. Längst müssten die Räumlichkeiten erweitert werden, so eng geht’s im hinteren Teil des Ladens zu, in dem frisch ankommende Ware ausgepackt, durchgesehen und einsortiert wird. Doch da gibt’s wenig Hoffnung. Einkaufen kann hier jedermann zum kleinen Preis, Inhaber eines Rödermark-Passes oder eines Sozialscheins (für Kunden aus Dietzenbach, solange es dort keinen Kleiderladen gibt) bekommen Gutscheine für 20 Euro pro drei Monate, können darüber hinaus aber natürlich auch zum regulären Preis einkaufen. Viele Menschen sind längst Stammkunden.

Korrekt gekleidet - Ökologisch und fair shoppen

Korrekt gekleidet - Ökologisch und fair shoppen

Nicht immer läuft der Verkauf einfach, mal sind es Sprach- und Verständnisschwierigkeiten vor der Ladentheke, mal ist es eine falsche Farbe: „Ich kann den schwarz-beigen Sportwagen nicht nehmen - ich hab doch ein Mädchen!“ Aber besser gleich klare Worte, denn Umtausch gibt’s normalerweise im Kleiderladen nicht. Eine dringende Bitte haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an alle Einlieferer: „Bringen Sie nur Sachen vorbei, die Sie selber auch gerne kaufen würden!“ Das das gilt von der Puppe über den Winteranorak bis zum Tafelsilber. Jedes Teil, das dem Niveau im Laden nicht entspricht - wie eine Tüte mit „echtem Schrott“, die neulich einfach vor der Tür stand -, bringt zusätzliche Arbeit für die ohnehin stark belasteten Helfer. Sie müssen aussortieren und den Ramsch zur Entsorgung oder Weiterverarbeitung bringen. Dem stehen hochwertige Waren wie Joop-Jacken oder topmodische Kostüme gegenüber: „Wir haben hier einige Menschen, die Waren von sehr guter Qualität abgeben und froh sind, dass sie neue Verwendung finden.“

Hochzufrieden mit dem Ober-Röder Laden ist auch Beatrix Duttine Eberhardt vom DRK-Kreisverband, der sechs Kleiderläden betreibt. Sie plant schon den nächsten: „Wir suchen dringend einen passenden Laden in Dietzenbach, um den in Rödermark etwas zu entlasten.“ Denn der hat sich in den vergangenen 15 Monaten einen guten Namen gemacht.

Quelle: op-online.de

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