Verein Kneipenkicker engagiert sich

Holpriger „Acker“ ist wieder fußballtauglich

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Der Bolzplatz hinter dem TS-Gelände ist dank des „SV Kneipenfußball 2011 n.e.V.“ jetzt wieder ein gut bespielbarer Sandplatz. Der städtische Betriebshof hat die jungen Männer bei der Arbeit unterstützt.

Ober-Roden - Der Bolzplatz in der Seligenstädter Straße war das, was Fußballer gemeinhin einen „Acker“ schimpfen; Bälle holperten mitunter ihrer eigenen Wege. Dass auch Filigrankicker dort wieder präzise Pässe schlagen können, haben sie der Initiative einer jungen Kneipenmannschaft zu verdanken.

Was erwartet der Durchschnittsbürger von einem Verein, der sich „SV Kneipenfußball 2011 n.e.V.“ - die drei Buchstaben stehen für nicht eingetragener Verein - nennt und ausschließlich junge Männer zwischen 17 und 21 Jahren beheimatet? Gemeinsam kicken, Fußball gucken live wie im Fernsehen und dazu das eine oder andere Helle oder Weizen trinken. So weit, so richtig. Doch der SVK hat auch eine zweite Seite. Die Clique, die sich immer in der TS-Gaststätte traf und sich dort auch diesen Namen gab, geht über den Schoppenverein hinaus und engagiert sich. Philipp Köhl und seine Kumpels schauen nicht nur am Stammtisch ihren Mannschaften von der Eintracht über Bremen bis zu den Bayern zu, sondern kicken auch gemeinsam auf dem Bolzplatz an der Seligenstädter Straße.

Dort fanden sie auch ihre derzeit wichtigste Aufgabe: „Gefährliche Graserhebungen auf dem Platz, der ursprünglich mal ein Rasenplatz war, dazu viel hohes Unkraut an beiden Seiten. Wir nahmen uns vor, da etwas zu machen. Wenn wir schon hier kicken, können wir auch etwas dafür tun, zumal hier auch noch viele Familien und besonders Väter mit ihren Kindern kicken“, erläutert Philipp Köhl die Anfänge der Aktion. Ihrem Schreiben mit einer Anfrage an die Stadt folgte ein überraschend schneller Rückruf von Claus Murmann, dem Leiter der städtischen Fachabteilung „Grünpflege“. Schon am 5.  Oktober erfolgte eine gemeinsame Begehung des Platzes und die Planung, wer was tut. Am Samstag drauf traf sich die Truppe zum ersten großen Arbeitseinsatz. Die Kneipenkicker haben nicht nur ein eigenes Logo und eigens bedruckte T-Shirts, sondern glücklicherweise auch Zugriff auf viele Gartengeräte. Werder Bremen-Anhänger Dominik kann passend zu den Farben seines Lieblingsbundesligisten mit einer grünen Schaufel buddeln.

Werkzeug brauchten die derzeit neun Mitglieder des SVK auch dringend, nachdem sie es sich zur Aufgabe gemacht hatten, den im Laufe der Zeit verwilderten Platz herzurichten – für sich ebenso wie für die Allgemeinheit. Sie entfernten schon mal Unkraut und Wurzelwerk, um den Radladern, die während der folgenden Woche auch tatsächlich vom Betriebshof geschickt wurden, die Arbeit zu erleichtern. Die städtischen Mitarbeiter trugen den holprigen Boden bis zu einem gleich hohen Niveau ab und bescherten damit dem SVK die Arbeiten fürs zweite Wochenende, nämlich die neu entstandene Fläche von Steinen und Wurzeln zu befreien, die Kuhlen vor den Toren auszugleichen und die Unkrautränder zu beseitigen.

Um die Abfuhr des Grünabfalls kümmert sich wiederum die Stadt, die sehr dankbar für die private Mithilfe ist. Für die jungen Männer war"s eine echt schweißtreibende Arbeit, die in der Gruppe aber durchaus gut zu leisten war und vor allem sichtbare Erfolge zeigte. Nun können Familien, Kinder, Jugendliche und natürlich auch der SVK 2011 n.e.V. wieder miteinander oder gegeneinander kicken. „Und wenn uns noch mehr auffallen sollte, kümmern wir uns darum“, verspricht Philipp Köhl und freut auf den ersten Anstoß. (chz)

Quelle: op-online.de

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