Blick in Kandidatenlisten offenbart manche Überraschung

Ist Kommunalpolitik Männersache?

Rödermark - 136 Kandidaten werben morgen um das Vertrauen der Bürger und damit um ein Mandat in der neuen Stadtverordnetenversammlung beziehungsweise im neuen ehrenamtlichen Magistrat. Zu vergeben sind 39 Sitze im Parlament und sechs in der Stadtregierung.

Was sind das für Menschen, die in den kommenden fünf Jahren in Rödermark mitentscheiden wollen? Wir füllen die langen Namenslisten mit Persönlichem. In die Kommunalpolitik zieht’s überwiegend Männer. Vor 94 Namen in den fünf Fraktionslisten steht die Anrede „Herr“ und nur 42 mal „Frau“. Bei der AL ist die Geschlechterverteilung quasi ausgeglichen (18:17). Die CDU hat mit 39,3 Prozent die zweitbeste Frauenquote. Auf den Plätzen folgen die Freien Wähler (33,3 Prozent), die SPD (30,4 Prozent) und die FDP (23,1 Prozent). Klaus Neumann (FWR) ist der Senior unter den Kandidaten. Er hat am 18. April 1936 Geburtstag. Auf Platz zwei folgt Klaus Hartmann (FDP, 18. November 1938). Nur knapp zwei Wochen jünger ist Hans Sulzmann von der CDU, der die Wahlperiode 2011 bis 2016 als Alterspräsident eröffnet hatte.

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Ebenfalls noch in den dreißiger Jahren kamen Professor Ragnar Klau (26. März 1938, FDP) und Monika Bärwalde-Schneiders (30. Dezember 1938, CDU) zur Welt. Am anderen Ende der Altersliste stehen überdurchschnittlich viele CDU-Bewerber. Die Rolle des Kükens fällt Isabelle Schrod (29. Juli 1994) zu. Weitere junge Christdemokraten sind Thomas Ponier (16. Mai 1992), Florian Löbig (16. Juli 1991) und Hans-Jörg Neuner (23. Oktober 1990). Zur Riege der Jung-Politiker zählt auch Can Hasrat Cavus (SPD), der am 2. Oktober 1993 geboren wurde. Den schönsten - oder vielleicht undankbarsten? - Geburtstag aller Kandidaten hat Gerd Gries, die Nummer zwei der Freien Wähler: 24. Dezember 1945. Zwillinge könnten Luigi Delle Donne und Ingrid Wunderlich sein, die zudem noch in der SPD-Liste direkt hintereinander stehen.

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Beide erblickten am 14. Juli 1949 das Licht der Welt - allerdings an weit voneinander entfernten Orten: im italienischen Vasto und in Offenbach. Weit von Rödermark entfernte Geburtsorte stehen in den Pässen von Erna Paulson (AL, Sombor in Serbien), Bernd Stadler (FDP, Warschau), Ragnar Klau (FDP, Tallin in Estland). In der Türkei wurden die SPD-Kandidaten Hidir Karademir und Hacatur Besarat geboren. Den wohl ungewöhnlichsten Beruf unter allen 136 Bewerbern übt CDU-Mann Tobias Rigual aus. Er verdient seien Geld als Hufschmied. Fürs neue Parlament kandidieren auch drei Richter: Dr. Alexander Görlich (CDU), Hans Schubert (SPD) und Karl Schäfer (AL). Insgesamt reicht die Bandbreite vom Angestellten bis zum Geschäftsführer.

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Quelle: op-online.de

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