Kreis zeichnet das Netzwerk für Integration aus

„Flüchtlingshelfer der ersten Stunde“

+
Karin Jäger und das Netzwerk für Integration in Rödermark freuten sich über Anerkennung und einen Scheck.

Rödermark - Zum sechsten Mal verlieh die Stiftung „Miteinander Leben“ des Kreises Offenbach den Integrationspreis. Die Jury teilte den Preis unter der Christlichen Flüchtlingshilfe Egelsbach/Erzhausen (CFEE) und dem Netzwerk für Integration in Rödermark (NIR) auf.

Rödermärker Flüchtlingshelfer sind einer von zwei Trägern des Integrationsförderpreises, den der Kreis am Mittwochabend verliehen hat. „Beide Vereine prägen die Willkommenskultur im Kreis Offenbach entscheidend mit, setzen sich ehrenamtlich für Flüchtlinge und Asylsuchende ein und erleichtern den neu ankommenden Menschen die erste Zeit in Deutschland“, begründete der Stiftungsvorsitzende, Landrat Oliver Quilling. „Wir zeichnen Vereine aus, die sich schon seit Ende der 80er beziehungsweise Anfang der 90er Jahre für Menschen einsetzen, die aus ihrer Heimat fliehen, und ihnen eine Perspektive geben.“

Der Kreis, in dem Menschen aus über 160 Nationen leben, wolle ein Zeichen setzen, dass er für Weltoffenheit und Toleranz steht. Quilling: „Ein eigenes Integrationsbüro, Integrationslotsen oder die Familienwerkstatt sind wichtige Eckpfeiler unserer Politik.“ Ein Miteinander der Kulturen und Religionen, gegenseitiger Respekt und Menschlichkeit – genau diese Gedanken leben die Mitglieder der Christlichen Flüchtlingshilfe Egelsbach/Erzhausen und des Netzwerk für Integration in Rödermark seit Jahrzehnten vor. „Sie sind Flüchtlingshelfer der ersten Stunden und engagieren sich leidenschaftlich und vorbildlich für Völkerverständigung und das interkulturelle Zusammenleben hier vor Ort“, lobte Quilling.

NIR hat Integration und interkulturellen Dialog seit 1991 auf seine Fahnen geschrieben. Mit seinem „Freundeskreis Flüchtlinge“ organisiert es in der aktuellen Flüchtlingskrise Sachspenden, veranstaltet Orientierungskurse, unterhält eine Fahrradwerkstatt, in der Flüchtlinge arbeiten, und hat ein „Eine-Welt-Café“ ins Leben gerufen. Die CFEE betreut seit 1989 Asylsuchende mit Sprachkursen, bei der Suche nach Arbeit, bei Behördengängen und vielem mehr. Ihr Ziel ist es Menschen, die sich von einem Tag auf den anderen in einem völlig neuen Lebensumfeld zurechtfinden müssen, zu helfen und eine Brücke zu den Menschen und Institutionen zu schlagen.

„Beide Vereine - die mit 19 weiteren Initiativen im Auswahlverfahren standen - stehen beispielhaft für die immense Hilfsbereitschaft der Menschen im Kreis. Ihre Mitglieder sind momentan nahezu rund um die Uhr im Einsatz, um dabei zu helfen, die teilweise traumatisierten Menschen erst einmal mit dem Nötigsten zu versorgen oder eine erste Bleibe für Flüchtlinge herzurichten“, sagte Oliver Quilling. Den Preis wollte er auch als Dank für alle ehrenamtlichen Helfern im Kreis, die sich derzeit für Flüchtlinge einsetzen und schnell und unbürokratisch helfen, verstanden wissen.

Der Integrationspreis der Stiftung „Miteinander Leben“ wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 2 500 Euro dotiert. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung „Miteinander Leben“ zwei neue Projekte der CFEE und des Rödermärker Netzwerks mit jeweils 3 000 Euro. NIR finanziert mit seinem Anteil den Aufbau eines Internet-Cafés. Denn viele Flüchtlinge stellen über ein Smartphone den Kontakt zu ihren Familien her. Im neuen Internet-Café können Zuwanderer kostenlos surfen und skypen oder Lernprogramme nutzen, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Geplant ist darüber hinaus ein eigenes Informationssystem, über das Neuigkeiten oder Termine via Smartphone in verschiedenen Sprachen mitgeteilt werden.

Stefan Buckendahl für die CFEE und die NFR-Vorsitzende Katrin Jäger bedankten sich beim Stiftungsrat, bei Kreistagsvorsitzendem Paul Scherer und den Bürgermeistern Jürgen Sieling und Roland Kern für die Glückwünsche und betonten die gute Zusammenarbeit mit dem Kreis und den Kommunen. Karin Jäger erläuterte noch einmal den Namenswechsel in „Netzwerk Flüchtlinge Rödermark“ NFR, der sie wieder zurück an die Wurzeln führt: „Ende des vorigen Jahrhunderts waren weit über 300 Flüchtlinge in Rödermark untergebracht, zur Zeit sind es rund 200; daraus kommt auch meine Zuversicht. Wir werden es schaffen!“ Spontaner Beifall aus dem voll besetzten Kreistags-Sitzungssaal bescheinigte ihr das Vertrauen in die Kraft dieser beiden Vereine, Menschen in Not zu helfen. (chz)

Quelle: op-online.de

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion