Sparvorgabe des Parlaments ist Illusion

Lampen an den Straßen sparen Strom

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Aller Sparsamkeit zum Trotz: Entlang der Rödermärker Straßen geht das Licht nicht aus, verspricht Bürgermeister Roland Kern - auch wenn die Weihnachtsbeleuchtung abgehängt wird.  

Rödermark - Die Stadt spart bis 2017 rund 57.000 Euro bei der Straßenbeleuchtung. Geänderte Schaltzeiten und 223 neue Lampen mit geringerem Energieverbrauch machen’s möglich. Aber die Sparvorgabe des Parlaments - 130.000 Euro - wird weit verfehlt. Von Michael Löw

Rund 2 800 Lampen sorgen entlang der Rödermärker Straße für Licht und damit Sicherheit. Das kostet die Stadt dieses Jahr 245.000 Euro, 28.000 Euro weniger als 2014. Das Stadtparlament hat Magistrat und Verwaltung beauftragt, diese Summe bis 2017 um 130.000 Euro zu senken. Denn unterm Rettungsschirm des Landes muss Rödermark seinen Haushalt bis 2018 ausgleichen, die Politik will keinen Bereich vom Sparen ausnehmen. Die FDP wollte jetzt vom Magistrat wissen, wie weit die Stadt gekommen ist. Laut Bürgermeister Roland Kern hat der Energieversorger HSE zwischen Januar und August 223 stromfressende Quecksilberdampfleuchten unter anderem durch sparsame LED-Lampen ersetzt. Das senkt die Stromkosten bei unveränderten Schaltzeiten um 10.000 Euro und ab 2020 um 15.000 Euro pro Jahr. Bis dahin will die HSE die letzten 250 Quecksilberdampfleuchten austauschen.

Zufrieden ist Kern auch mit dem reduzierten Betrieb, den Stadt und HSE bis Ende Oktober testeten. Leuchten mit einem Verbrauch von 150 Kilowattstunden (kWh) wurden auf 100 kWh gedimmt, 75 kWh-Lampen auf 50 kWh. Das bringt jährlich 17.000 Euro. „Die Bürger haben diese Reduzierung nicht bemerkt. Bei einem Ortstermin fragte eine Frau, warum es hier heller als sonst ist“, sagte Kern.

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Der Bürgermeister machte der FDP gegenüber deutlich, dass mit 57.000 Euro die Grenze des Sparens beim Licht erreicht ist, alles andere ginge zu Lasten der Sicherheit: „Wir werden die Sparvorgabe nicht einhalten können.“ Für den Rettungsschirm-Vertrag bleibt’s ohne Konsequenzen: „Das Regierungspräsidium interessiert sich nicht für einzelne Sparmaßnahmen, sondern für die Gesamtkonsolidierung.“ Und da sei Rödermark auf einem guten Weg.

Quelle: op-online.de

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