Lyriker aus fünf Kontinenten im Park

Brückenfest wird Mitte September „grenzenlos grün“

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Lothar Rickert (AZ), Sylvia Baumer (KiR) und Peter Völker (Kunstverein Meerholz) sind die Motoren von „grenzenlos grün“. Wer das Kulturfest unterstützen will, kann seinen Obolus in die von Sylvia Baumer kreierten dicken Spendenstifte stecken. Summen von 15 Euro aufwärts werden mit dünneren Stiften honoriert, die tatsächlich auch schreiben.  

Ober-Roden - 14 Lyriker aus 12 Ländern lesen Mitte September im Park am Entenweiher vor. Ihr Publikum: Bier und Bratwurst oder Rotwein und orientalischen Eintopf genießende Besucher von „grenzenlos grün“.

Die spannende und garantiert nicht immer einfache Begegnung ist Teil einer Gemeinschaftsveranstaltung des Alternativen Zentrums, der Künstlergruppe KiR, der Stadt und des Kunstvereins Meerholz. Dessen Vorsitzenden, den Gründauer Schriftsteller Peter Völker, hat Bürgermeister Roland Kern bei einem Friedrich-Schiller-Kolloquium in Leipzig kennengelernt. Völker hat sein Welt-Poesiefestival daher nach Urberach verlagert. „grenzenlos grün“ findet vom 9. bis zum 11. September am Entenweiher statt. Das Alternative Zentrum (AZ) steuert ein breit gefächertes Musikprogramm bei. Unter anderem mischen die „Free Electric Band“ um den Rodgau-Monotones-Schlagzeuger Jürgen Böttcher, die Rödermärker Nachwuchsband „Basement Riot“, die „Red Hot Chilli Peppers Revival Paprikacze“ aus Tschechien und die Rödermärker Trommelvirtuosen Sandor Inuanta und Lukas Reiss mit.

KiR beteiligt sich einer Ausstellung regionaler Künstler und Tür-Installationen am Kulturfest. Sylvia Baumer hat zum Beispiel eine hölzerne Gefängnistür aufgetrieben. „Gemeinsames künstlerisches Arbeiten gibt uns die Möglichkeit zum Austausch zwischen den Kulturen, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und auch mit Menschen mit Handicap“, sagt die KiR-Vorsitzende.

Musik, Kunst und Essen aus vielen Ländern gab’s in Urberach schon beim Brückenfest im Park am Entenweiher. Die Poesie ist der ebenso neue wie experimentelle Teil von „grenzenlos grün“. Peter Völker hat Schriftstellerkollegen aus dem Iran, Puerto Rico, China, Tunesien, Rumänien, Chile, Kanada und Mexico eingeladen, die sonntags im Park lesen. Die Lyriker zahlen die Anreise aus eigener Tasche, Unterkunft und Verpflegung gehen auf Kosten der Gastgeber. Das Gesamtbudget der Veranstaltung beträgt nach Auskunft von Bürgermeister Kern etwa 20.000 Euro. Größter Geldgeber ist die Sparkasse Dieburg mit 10.000 Euro. Die Lyriker, so Völker, wollen sich mit weltbewegenden Themen wie Umweltzerstörung, Frieden und sozialer Ungerechtigkeit auseinandersetzen.

Das beste Gedicht der 14 Schriftsteller soll mit dem „Rödermärker Literaturpreis“ prämiert werden. Die Jury bilden ein Dutzend deutscher Autoren, darunter Carola Hügli, Martina Winkelmann, Brigitte Stenske und Roland Kern aus Rödermark. „Nicht primär in meiner Eigenschaft als Bürgermeister“, betont Letzterer. Denn Kern gibt zusammen mit Peter Völker einen Sammelband, eine so genannte Anthologie, mit jeweils drei Gedichten der 14 Lyriker heraus: zwei in englischer und eines in deutscher Sprache. Illustriert wird der Gedichtsband mit Bildern von Künstlern aus Rödermark und Mitgliedern des Meerholzer Kunstvereins. (lö)

Quelle: op-online.de

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