Stadt baut digitalen Bürgerservice aus

Mängel mit Mausklick melden

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Die Stadt setzt aber nicht nur auf Elektronik: Im Bürgerbüro des Rathauses Urberach ist Margarete Andreas Ansprechpartnerin Nummer eins und hat die gelben Säcke für Verpackungsmüll sofort zur Hand. Doch auch da die Technik Einzug gehalten. Besucher ziehen ein Märkchen und sehen am großen Bildschirm im Hintergrund, wann sie an der Reihe sind und in welchem Büro ihr Anliegen bearbeitet wird.

Urberach - Die Stadt hat einen weiteren Schritt hin zum digitalen Rathaus getan und einen Online-Mängelmelder installiert, den die Bürger über PC, Smartphone oder Tabletcomputer anwählen können.

Sebastian Brehm von der städtischen IT-Abteilung demonstriert an einem graffiti-verschmierten Stromverteilerkasten, wie der digitale Mängelmelder per Tabletcomputer oder Smartphone funktioniert. 

Parallel dazu hat sie die Öffnungszeiten im Rathaus Urberach für den Bürgerservice von Mensch zu Mensch verlängert. Pfützen und Schlaglöcher auf dem Radweg? Kaputte Straßenlampe vorm Fenster? Autoreifen im Wald? Beschwerden und Anregungen erreichen die Stadtverwaltung jetzt mit ein paar Mausklicks oder Fingerwischern. Besitzer mobiler Endgeräte - für alle technisch nicht so bewanderten Rödermärker: Smartphone, Blackberry oder Tabletcomputer - können Mängel melden, ohne dass sie dazu ins Rathaus müssen. „Wir haben einen weiteren Schritt zu mehr Bürgerservice gemacht“, sagte Erster Stadtrat Jörg Rotter. Sebastian Brehm und Florian Mieth aus der IT-Verwaltung haben mit wenig Geld ein nutzerfreundliches Bürgerportal aufgebaut. Eine aufwändige Registrierung für den Mängelmelder ist überflüssig, die Benutzeroberfläche erklärt sich von selbst. Man wählt aus einer vorgefertigten Liste eine Kategorie - zum Beispiel Straßenbeleuchtung - aus, ergänzt sie um den detaillierten Schaden - also Lampe kaputt - und drückt auf „Senden“. GPS-fähige Smartphones geben automatisch den Standort weiter. Bei Umweltferkeleien können die Bürger noch ein Foto des Reifenstapels oder Müllhaufens anhängen.

Die Mängelmeldung, und das ist für Brehm und Mieth einer der größten Vorteile des Systems, landet sofort in der richtigen Abteilung und nicht wie bisher im Ordnungsamt, das für viele Bürger erste Anlaufstelle ist. Heute geht auch das Fundbüro online. Egal, ob Handy, Schlüsselbund, Ehering oder Gebiss: Was im Rathaus abgegeben wird, wird mit einer speziellen Software erfasst und unter Rubriken gespeichert. Auf der städtischen Internetseite können die Verlierer auf die Suche nach vermissten Gegenständen gehen - sogar außerhalb von Rödermark. Denn dieses Onlineportal erreicht Städte bis zu einem Umkreis von 100 Kilometern. In der Nähe haben Eppertshausen, Neu-Isenburg und Darmstadt diese Suchmaschine freigeschaltet.

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Am heimischen Computer können jetzt auch Formulare der Verkehrsabteilung heruntergeladen und ausgefüllt werden. Dazu zählen Anträge auf Straßensperrungen, Handwerker- oder Behindertenparkausweise. Bei aller Digitalisierung behält die Stadt aber auch jene Bürger im Blick, die ihre Behördengänge nicht am Computer erledigen können oder wollen. Das Bürgerbüro hat seine wöchentlichen Öffnungszeiten um acht Stunden verlängert. Die Wartezeiten, so Leiter Marco Jähner, haben sich im Gegenzug reduziert. Von den 120 Besuchern am Mittwoch mussten nur vier länger als zehn Minuten warten, alle übrigen waren in weniger als fünf Minuten an der Reihe.

Quelle: op-online.de

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