Manfred Rädlein legt Mandat nieder

Politik nur noch aus zweiter Reihe

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Manfred Rädlein

Rödermark - Manfred Rädlein, seit 2002 in der Rödermärker Politik zuhause, hat am Freitag überraschend sein Mandat als Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler niedergelegt. Der 67-Jährige macht dafür berufliche und private Gründe geltend.

Auch erleichtere ihm die aktuelle Politik der Mehrheitskoalition aus CDU und AL den Rückzug. Rädlein ist eine markante Persönlichkeit in der Kommunalpolitik. Der gebürtige Allgäuer verdient sein Geld im Internationalen Holzhandel. Nach vielen Jahren in Südamerika, den USA und Frankfurt zog er 2000 nach Ober-Roden, von wo aus er mit seiner Firma Globalholz weltweit agiert. Nach seinen eigenen Angaben trat er 2002 in die FDP ein, hatte bald den Vorsitz und den Posten des Fraktionschefs inne. Er trat 2005 bei der Bürgermeisterwahl an und holte 6,5 Prozent der Stimmen. Damals setzte sich Roland Kern (Andere Liste) in einer Stichwahl gegen den Ersten Stadtrat Alexander Sturm (CDU) durch. Rädlein versuchte es im Herbst 2010 erneut. Diesmal allerdings als Kandidat der Freien Wähler. Nur sechs Wochen, bevor diese ihn nominierten, war er aus der FDP ausgetreten.

Jetzt zwingen Rädlein berufliche Ambitionen zum Kürzertreten in der Politik. Wer sein Nachrücker in der Stadtverordnetenversammlung wird, war gestern noch offen. „Als überzeugter Wirtschaftler habe ich in einen kleineren, mittelständischen Holzhandels- und Verarbeitungsbetrieb in Westfalen investiert. Das zukunftsfähige Geschäftsmodell des Unternehmens mit elf Mitarbeitern gilt es nun auf solide Beine zu stellen. Dazu benötigte ich mehr Zeit als zunächst angenommen. Persönliche und private Gründe spielen ebenfalls eine Rolle“, schreibt Rädlein in einer Pressemitteilung. Investiert hat er in die Firma ABB Holz GmbH in Höxter. Das Unternehmen gehört einem seiner alten Freunde.

„Ich muss wöchentlich oder wenigstens alle zwei Wochen dorthin. Mein Mandat als Stadtverordneter kann ich deshalb derzeit nicht mehr verantwortlich wahrnehmen. Als überzeugter Lokalpolitiker bedauere ich diesen Schritt gehen zu müssen. Ein für mich diskussionsunwürdiger Doppelhaushalt, der quasi einzig auf unangekündigten, rückwirkenden Steuererhöhungen und Sparunwillen basiert und noch dazu als politischer Erfolg dargestellt wird, macht es mir leichter, die derzeitige politische Arena zu verlassen. Schade nur, dass Rödermarks Bürger für das offensichtliche Versagen der politisch Verantwortlichen wieder einmal die Rechnung bezahlen müssen“, erläutert der Vollblutpolitiker weiter. Seinen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen wünsche er „ein gutes Händchen bei den zukünftigen, politischen Entscheidungen und viel Glück“. Sein Engagement für die Freien Wählern und im Gewerbeverein, dessen Vorsitz er führt, bleibe von alledem unberührt. (bp)

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Quelle: op-online.de

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