Andrang beim Markttag

„Midde noi“ mit Paukenschlag vom Himmel

+
Die Sonne lockte die Rödermärker in Scharen auf den Marktplatz. Vor allem am Samstagnachmittag, nachdem sich das Gewitter verzogen hatte, und gestern ab der Kaffeezeit war Rödermarks längste Tafel bestens besetzt.

Ober-Roden - Der Markttag lockte gestern und am Samstag Ober-Röder und Nachbarn Schau- und Kauflustige, Paellafreunde und Bratwurstfans in den Ortskern. Zwischen Kirche und Rathaus tafelten sie am längsten Esstisch der Stadt.

Der Ober-Röder Markttag „Midde noi“ wurde mit einem Paukenschlag eröffnet. Er kam allerdings nicht von der Bühne auf dem Marktplatz, sondern aus dem Himmel in Gestalt eines gewaltig krachenden Donners, der alle Gäste erzittern ließ. Dem Donner folgte - pünktlich zehn Minuten nach dem Bieranstich am Samstagnachmittag - der große Regen und machte nicht nur viel liebevolle Vorbereitung kaputt, sondern bescherte den Standbetreibern auch jede Menge zusätzliche Arbeit. Die Kinder, die gerade zu ihrer Zumba-Präsentation auf der Bühne standen, hielten sich erschreckt mit weit aufgerissenen Augen die Ohren zu oder rannten weinend zu ihren Eltern; die trockenen Flächen unter den Schirmen und Zelten wurden zu begehrten „Stellplätzen“. Nach gut zehn Minuten und ganzen Hektolitern von Regen ging es rund um den beschaulich plätschernden Brunnen wieder ruhiger zu, und die Marktbeschicker fingen mit Bürsten, Besen und Putzlappen das große Aufräumen an.

Die Bürger dagegen hatten nur auf das Regenende gewartet. Am späten Nachmittag war die lange Tafel quer durch das Ober-Röder Zentrum bis auf den allerletzten Platz besetzt. Aber auch das Angebot an den benachbarten Ständen und Getränkeinseln war verlockend; hier fand jeder etwas für seinen Geschmack. In diesem Jahr konnten die Besucher auf der Hauptstraße auch absolut sicher sitzen. Erstmalig, so verkündeten es Gewerbevereinsvorsitzender Manfred Rädlein und Erster Stadtrat Jörg Rotter bei der Eröffnung, hatte es extra eine Sicherheitstour auf einem Einsatzwagen der Ober-Röder Feuerwehr gegeben. Sie testete, wie weit die Einsatzwege freigehalten werden müssen und wie weit infolge dessen die langen Tafeln gestellt werden können.

Ober-Roden genoss sein „Midde noi“; die verschiedenen Auftritte auf der Bühne wurden mit Gottesdienst- und Schlafenszeiten koordiniert, und auch das kleine „Kinderland“ fand Zuspruch. Bei der Gewerbeschau präsentierten zahlreiche Autofirmen ihre gern besichtigten Neuheiten, aber auch Fitness-Center oder Elterninitiativen stellten sich vor. Inklusive aller Geschäftsleute und Verein hatte das Orgateam um Manfred Rädlein und Thomas Rosenblatt knapp 50 Teilnehmer zum Mitmachen motiviert.

Bilder: Markttag „Midde noi“ in Ober-Roden

„Am Samstag war"s nicht ganz so voll wie beim letzten ‚Midde noi’, aber wir sind hochzufrieden“, freute sich Manfred Rädlein am Sonntagnachmittag, als er durch die gut gefüllte „Mini-Fressgass“ wanderte hin zu seinem eigenen kleinen Stand mit „Öko-Blöckchen“, Bastelhölzern aus Natur pur, die beim samstäglichen Regen alle etwa gelitten hatten. Traurig stimmte ihn nur, dass die angekündigte kulturelle Vielfalt zwar gegeben, aber nicht von den neuangekommenen Flüchtlingen unterstützt werden konnte. Seine Bestrebung, sie bereits für kulinarische Beiträge aus den Heimatküchen zu gewinnen, war seitens der Stadt und seitens des Netzwerkes Integration in Rödermark (NIR) noch für zu früh erachtet worden. Beim Brückenfest Mitte Juli werden sie dann vielleicht dabei sein.

So aber war"s neben amerikanischen Schmankerln, italienischen Süßigkeiten sowie türkischen und spanischen Gerichten vor allem am Samstagabend die spanische Gruppe „Los Chio Gipsys“, die für internationales Flair sorgte. Das hielt die Gäste lange auf der Frankfurter Straße. „Um 24 Uhr musste ich die Letzten heimschicken, die wollten einfach nicht gehen“, freute sich Gewerbevereinsvorsitzender Rädlein. (chz)

Bilder: Markttag „Midde noi“ in Ober-Roden

Quelle: op-online.de

Kommentare