Mehrgenerationenspielplatz am Maiglöckchenpfad

Ein echtes Tobe-Paradies im Breidert

+
Der Spielplatz am Maiglöckchenpfad ist ein Paradies für bewegungshungrige und kletterfreudige Kinder.

Ober-Roden - Welche Eltern kennen das nicht: Manche Kinder brauchen einfach Platz und Bewegungsfreiheit und sind auf einem Spielplatz allein nicht müde zu kriegen. Von Christine Ziesecke 

Wenn überhaupt, dann klappt dies auf dem vor zwei Jahren entstandenen Mehrgenerationenspielplatz am Maiglöckchenpfad im Breidert. Hier sind nimmermüde Zwerge gefordert. Die große helle Waldlichtung, die dennoch genügend Schatten selbst in heißen Zeit gewährleistet, ist ein Paradies für Wildfänge und Klettermaxen. Hier ist mit wenigen Ausnahmen wie Betonröhre, Vogelnestschaukel und Doppelrutsche alles aus schier unverwüstlichen Baumstämmen gezimmert. Die Geräte sind teilweise sogar Kunstobjekte, vor allem aber robust, stabil und unverrückbar. Am Maiglöckchenpfad ist alles groß; selbst die Rutsche ist doppelt breit und überrascht viele Kinder: Auf ihr kann und darf man ja miteinander rutschen, was sonst meist elterlich untersagt wird. Hier haben mehrere Kinder in der Betonröhre Platz, und hier schaukelt es sich auch zu dritt noch gut.

Die ungezählten Klettermöglichkeiten bieten Reize für kleine, kurze Beine ebenso wie für die schon längeren; wer sich noch nicht traut, robbt vielleicht noch auf dem Bauch auf dem Stangenwald herum, der wie ein überdimensionales Mikadospiel aussieht. Und wer schon fortgeschritten im Kraxeln ist, kann’s ja auch mal ganz ohne Hände probieren, zur höchsten Stelle und zurück zu kommen.Allein die Brücken und Kletterhäuser sind auch für Erwachsene ungemein reizvoll und lassen auch die Großen nicht sitzen, obwohl es zahlreiche Bänke gibt. Der Platz, der auch zum Fangenspielen, Verstecken oder ganz einfach zum Ballspielen einlädt, ist ein Paradies für Bewegungshungrige.

Neubau rückt Boulebahn auf die Pelle

Gravierendster Nachteil: Seine Ausmaße sind so groß, dass zwar der Platz selbst gepflegt ist. Aber die Ränder sind hie und da mit Brennnesseln durchwachsen oder sonst wie barfußfeindlich. Das zweite Manko: Im Gegensatz zu der Entstehungszeit, wo sich Schulen, Kindergärten und Bürgergruppen am Bau beteiligt haben, steht nun ein großes Haus am Eingang zum Maiglöckchenpfad. Es versperrt die Sicht aufs Gelände, das man jetzt erst einmal sucht, und es gefährdet auch den Bouleplatz, den die Breidert-Initiative angelegt hat: Der Neubau rückt der Boulebahn auf die Pelle.

Das alles wird aber durch den für Abenteuer geeigneten Platz aufgewogen. Auch wenn ihm derzeit ein ganz wichtiges Highlight fehlt, was einem Vater mit seinen drei Kindern vor kurzem auffiel: „Wir sind gar nicht von hier, wir sind nur hierher gekommen, weil uns das GPS versprochen hat, dass hier ein Bach mit Wasser ist, und jetzt ist hier gar kein Wasser!“ Gegen die Trockenheit des Sommers 2015 ist leider auch ein hochempfindliches Positionsbestimmungsgerät machtlos. Die mittlerweile spielplatzerprobten Testpersonen Emma (5) und Lotta (knapp 2) dagegen hatten auch ohne das heiß geliebte Plantschen und Brückenbauen im Bach ihren Spaß: die Kleinere, weil sie mutig alles erklomm, was ihre kurzen Beine hergaben, und ansonsten glücklich war über so viel Bewegungsfreiheit; die Größere, weil sie buchstäblich schrittweise ihre Angst und Scheu vor diesen vermeintlich riesigen Kletterbalken überwand und zuletzt mit sich und der Welt zufrieden von der Spitze des Riesen-Mikados herunterstrahlte.

Unser Fazit: Der Mehrgenerationen-Spielplatz am Maiglöckchenpfad hat einen Daumen hoch verdient; er ist sehr gut für kreative Bewegungsfans.

Versteckspiel mit Kindern: Die Kleine Luxemburger Schweiz

Quelle: op-online.de

Kommentare