Bürger äußern sich beim Ortstermin

Autos fahren immer noch zu schnell

Messenhausen -  Regen Zuspruch fand der Ortstermin an der Kapelle, bei dem Erster Stadtrat Jörg Rotte die neuen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen erläuterte.

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Die künstlich geschaffenen Engstellen mithilfe von Betonkübeln sind nicht gerade optisch ansprechend, waren aber unter der gegebenen Haushaltslage die einzige rasch umsetzbare Lösung. „Alles andere könnten wir diskutieren, aber mangels Geldes in nächster Zeit nicht verwirklichen. Aber wir können jetzt mit Ihrer Hilfe nachbessern“, argumentierte Rotter. Die Bürger-Einwände gegen die Optik standen teilweise unter dem Aspekt „Geld interessiert mich nicht“ oder warfen Jörg Rotter vor, mit diesem Geldmangel alle Gegenargumente erschlagen zu wollen. Viele Anwohner beklagten – gestützt von eigenen Statistiken – immer noch die viel zu hohen Geschwindigkeiten rund um die Kurve. Das gelte auch für die LKW der dort angesiedelten Baufirmen. „Ich fahre mehrfach am Tag aus meiner Garage heraus – wissen Sie, was ich da alles mitmache? Ich bin froh, dass bis jetzt noch nichts passiert ist“, argumentierte eine Anwohnerin.

Bedenken wurden geäußert, dass Radfahrer, die diese Engstellen ja ebenso nutzen müssen, dem Verkehr ausgeliefert sind, und dass es zu den Öffnungszeiten der Kompostierungsanlage sicher zu erheblichen Schwierigkeiten kommen kann. Erfreut war Stephan Brockmann, Leiter der Fachabteilung Verkehr, über die positiven Kommentare zu den bisherigen Erfahrungen mit der neuen Verkehrssituation aus der Bürgerschaft, die teilweise von Beifall begleitet wurden. Dem standen jene Bürger gegenüber, die sowohl optisch als auch sicherheitstechnisch heftig gegen die neue Lösung votierten.

Nächste Maßnahme: Markierung des Stoppbalkens

Die nächsten Maßnahmen werden nun die Markierung des noch fehlenden Stoppbalkens auf der Straße sein. An Hessen Mobil als Verantwortliche für die B 458 wird die Anfrage nach Verlängerung der Linksabbiegespuren Richtung Urberach gerichtet werden, um die Rückstaus an den Ampeln zu Hauptverkehrszeiten zu verkürzen. Außerdem werden die von Ober-Roden her gesehen ersten Kübel aus optischen Gründen einen weißen Anstrich bekommen, während die weiteren an der Kapelle - deren rotem Sandstein angepasst – ihre Naturfarbe behalten werden.

Die Ausweisung weiterer Parkplätze in der Urberacher Straße in Höhe der Abbiegung an der Kapelle wird ebenso zu diskutieren sein wie die Sperrung dieser Engstelle Richtung Urberach LKW. Das wiederum könnte nicht zuletzt wegen ansässiger Baufirmen zu einer langfristigen Aktion werden. Ähnlich schwierig kann es mit dem Wunsch nach Einrichtung von Zebrastreifen werden.

Dazu gibt es sehr eng gefasste Richtlinien über Mindestabstände zu Kreuzungen und ähnlichem. „Zudem haben wir in letzter Zeit den Gehweg auf der Seite des Reiterhofes saniert und barrierefrei gestaltet und die Querungshilfen ausgebaut, was den schwächeren Verkehrsteilnehmern durchaus zugute kommt“, erläuterte Stephan Brockmann. Eine Versetzung der Bushaltestelle komme nicht in Frage, weil sonst 80 Prozent der vom Land abgedeckten Baukosten zurückgezahlt werden müssten. „Wenn die Bushaltestelle bleibt, brauchen wir hier aber diese Verlangsamung des Verkehrs“, so Rotter. 

(chz)

Quelle: op-online.de

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