Vier Punkte, warum sich die Großen ein Vorbild nehmen sollten

Mini-Europameisterschaft: Adieu Orwisch, bonjour Lille

+
Alles ganz detailgetreu: Die F-Jugend-Mannschaft des JFV Dreieichenhain/Götzenhain repräsentierte beim Turnier den Gastgeber Frankreich.

Urberach - Nach zwei sportlich spannenden und höchst geselligen Tagen Mini-Europameisterschaft der F-Jugend bei VF Viktoria sind alle Gäste – die sportlichen wie die zuschauenden – mit spürbarer Anerkennung für das gesamte Turnier und seine Ausrichter wieder heimgereist. Von Christine Ziesecke 

Es war ein guter Vorspann für das am Freitag beginnende Turnier der großen Kicker in Frankreich, und es war für jene eine Steilvorlage, es den Urberachern gleichzutun. Da ist zunächst die Vorbereitung, die nicht erst mit der gelungenen Auslosung begann – obwohl die Losfeen Marie und Miriam allerfeinste Arbeit geleistet haben, denn dass ausgerechnet Makkabi Frankfurt Deutschland vertrat, war in der heutigen Zeit schon besonders gelungen. Ein sehr feiner kleiner Trick war es, die einzigen Gäste von außerhalb im Eröffnungsspiel gegeneinander antreten zu lassen: es fieberte jeder mit, und es war schade, dass einer gewinnen musste, in dem Fall Österreich mit legendären 8:0. Sehr schön übersichtlich: die Programmhefte. Die Vorbereitung hatte aber wohl schon mit dem Beten angefangen, denn bei der momentanen Großwetterlage konnte niemand mit so regenfreien und sonnigen Tagen rechnen. Der Kommentar so manches Besuchers: „Der Petrus ist halt doch ein Orwischer!“

Aber der darf doch auch: So manches Geschwisterkind fand es auf den Spielfeldern wesentlich spannender als auf der Tribüne.

Da ist als zweites die Betreuung, die sich nicht nur auf jeweils 40 selbst gebackene Kuchen an zwei Tagen, leckeren heißen Kaffee aus guten Automaten oder keine Schlangen an Bratwurst- und Schnitzelbrötchen-Ständen berief, sondern auch auf fortlaufend geleerte Mülltüten, einen rasch von den Platzordnern herbeigezauberten Presseparkplatz, auf gute Tontechnik auf der Bühne und nicht zuletzt auf herzliche Betreuung der angereisten Gäste. Der Dank der Organisatoren gilt auch der Urberacher Feuerwehr: sie stellten nicht nur ihre Feldbetten für die Bodajker im Bürgertreff Waldacker auf, sondern zogen auch den Bus der Österreicher aus der Versenkung – bei dessen Versuch, vom MTV durchs Feld direkt zur Viktoria zu gelangen. „Ein Anruf, und alles ging unbürokratisch über die Bühne“, freute sich Mitorganisator Sven Sulzmann. Und natürlich gilt der Dank den gut 80 eigenen Helfern und deren Müttern und Ehefrauen und Onkel und Tanten. Einfach alle halfen mit.

Als Drittes ist der gute Zeitplan zu loben, der tatsächlich ein ständiges Einsteigen ins Turnier ermöglichte und der niemanden durch Verpasstes oder durch ewiges Warten verprellte. Schon die pünktliche Eröffnung war ein farbenfrohes Spektakel, unterstützt von Beifallsmusik der Gäste und von Hunderten von Luftballons in den Farben der Trikolore, die in den Himmel stiegen, vorbei an der Drohne, die das Geschehen beobachtete. „Heute ist Orwisch eine Hauptstadt in Europa“, freuten sich Bürgermeister Roland Kern, Horst Denner von Gudeco Elektronik als Vertreter der Sponsoren sowie Michael Hock für den Veranstalter, der vor allem Wert auf den vom Verein betonten Fair-Play-Gedanken legte: „Das gilt vor allem für Sie, liebe Gäste. Ihre Kinder spielen fair, wir appellieren an Sie, die Gäste, ebenso dem Fair-Play-Gedanken nachzukommen.“

Bilder zur Mini-EM bei FC Viktoria Urberach 

Und da ist viertens auch in diesem Sinne das angenehme Verhalten der meisten Eltern und Betreuer zu würdigen. Zwar gab es auch diesmal wieder Fälle, wo Eltern ihren Nachwuchs auf dem Trainingsgelände noch einmal einer lautstarken Extra-Trainingeinheit unterzogen oder kräftige Ansagen machten, doch die Kinder, die mit Spaß und dennoch großer Ernsthaftigkeit das Turnier durchlebten, sahen diese EM trotzdem als Spiel. Wenn auch durchaus mal mit Tränen im Auge. Doch allezeit friedlich.

Die Mini-EM hat zumindest bei allen Beteiligten viel Lust auf mehr gemacht und die große Hoffnung verstärkt, dass es bei den Großen ab kommenden Freitag ebenso friedlich und freundschaftlich zugehen wird wie es auf dem Gelände der Viktoria zwei Tage lang ablief. Nur beim Ergebnis könnte etwas nachgebessert werden: Da landeten die Gäste aus Ungarn und Österreich am Ende auf den Plätzen 23 und 5, während Deutschland Neunter wurde. Das lässt sich vielleicht vermeiden. Denn Österreich vor Deutschland – das geht gar nicht… Das Endspiel um die Europameisterschaft gewann Albanien (Darmstadt) gegen Russland (Dieburg) mit 4 : 1; Dritter wurde Spanien (Langen) gegen Belgien (TF Ober-Roden) auf Platz 4.

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare