Tütenspender von Thomas Heinz

Mobiles Mini-Hundeklo: Kleine Büchse fürs große Geschäft

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Labrador „Ace“ schaut sich schon mal genau an, was demnächst seine Hinterlassenschaften aufnimmt. Sein Herrchen Armin Eyssen (Mitte) präsentierte mit Thomas Heinz und dem Ersten Stadtrat Jörg Rotter mobile Mini-Hundeklos.

Rödermark - Wohin mit den unappetitlichen Hinterlassenschaften von Dackel, Dogge, Dobermann & Co? Hundehaufen sind ein Daueraufreger, der sich mit der nötigen Portion Rücksicht vermeiden lässt. Von Michael Löw

Hygienische Helferlein, die Hundehaltern böse Blicke und Worte ersparen, gibt’s reichlich. Thomas Heinz ist Werbefachmann und will mobile Mini-Hundeklos unter die Leute bringen. Das klingt kompliziert, ist aber eine ganz simple Idee: In einem gut deorollergroßen Plastikbehälter stecken 15 Tüten für Hundehaufen. Mit einem Clip lassen sie sich an der Leine befestigen. 250 dieser Spender hat Thomas Heinz der Stadt geschenkt. Sie bekommen jetzt noch einen Aufdruck „Rödermark sagt Danke!“ und werden ab Mitte August in den Rathäusern abgegeben.

Ein Kanada-Urlaub im Frühjahr hatte Heinz auf die Idee gebracht. Beim Joggen in Vancouver stellte er fest, dass Straßen und Wege haufenfrei waren. Das lag zum einen an der Androhung von drakonischen Strafen (bis zu 2 000 Kanadischen Dollar) und einem Behördentelefon, bei dem Anrufer ihre Beschwerden loswerden, und zum andern an ausreichend Entsorgungsmöglichkeiten. Die 250 Mini-Hundeklos sind natürlich nur ein kleiner Beitrag für ein saubereres Rödermark. Heinz hofft auf Nachahmer, die die Plastikbox als Werbemittel an ihre Kunden verschenken.

Weil das Problem zum Himmel stinkt, stellt die Stadt 20 neue Hundeklos - Tütenspender samt Abfalleimer - auf, sagte der Erste Stadtrat Jörg Rotter, als Heinz die Prototypen im Ordnungsamt vorbeibrachte. Kauf, Montage und Erstbefüllung kosten knapp 13 000 Euro. Damit ist’s aber nicht getan: Pro Standort fallen im Jahr 625 Euro für die Entsorgung der vollen Tüten an. Der verlängerte Birkenweg ist mit Hundehaufen gepflastert, klagt ein Ehepaar aus der Babenhäuser Straße. „Beim Spaziergang trittst du midde noi“, schimpfen sie in Anspielung auf das Markttagsmotto. Voller Kot sei nicht nur der Rand, sondern auch der Weg selbst. Das zwingt Eltern zum Kinderwagenslalom.

Die obligaten Entschuldigungen wie „Ich zahle ja Hundesteuer!“ registrieren die beiden Ober-Röder schon nicht mehr. Aber Sätze wie „Pah, was ist denn mit den Vögeln und Insekten? Das bisschen Sch...“ bringt sie auf die Palme. Vom Ordnungsamt fühlen sie sich im Stich gelassen. Das weise zwar darauf hin, dass Hundehaufen in der Landschaft mit bis zu 5000 Euro Bußgeld geahndet werden können, kontrolliere aber nicht streng genug. „Wenn es der Stadt nach geht, müsste ich die Herrchen ansprechen, ein Foto machen und die Adresse erfragen, um etwas unternehmen zu können“, schimpft die Frau.

Der fürs Ordnungsamt zuständige Erste Stadtrat Jörg Rotter räumte gegenüber unserer Zeitung ein, dass die Beweispflicht eine schwierige Sache ist. Deshalb gebe jedes Jahr auch nur gut eine Handvoll Anzeigen gegen Hundebesitzer, die die Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Begleiter nicht eintüten. Die Bußgelder liegen in der Regel unter 50 Euro, nur im Wiederholungsfall wird"s teurer. Die meisten der mehr als 1 300 Hundehalter in Rödermark beseitigen die Reste. Rotter stellt aber auch klar, dass die seit Monaten nur dünn besetzte Ordnungspolizei nicht an jedem Feldweg nach rücksichtslosen Hundebesitzern Ausschau halten kann. Seine Mitarbeiter hätten noch zahlreiche andere Aufgaben von der Verkehrsüberwachung bis hin zur Unterstützung des Sozialamtes bei Wohnungsräumungen.

Quelle: op-online.de

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