Ballett in luftiger Höhe

+
Auch einige Badenixen vergnügten sich bei der Ballettaufführung „Ein Tag im Park“ auf der Bühne der Kulturhalle.

Ober-Roden - Der jährliche Ballettnachmittag, an dem sich die Schülerinnen jeglichen Alters von MTV-Ballettlehrerin Susanne Voss vorstellen, sollte etwas Neues werden, und er wurde etwas Neues und Schönes. Von Christine Ziesecke 

„Ein Tag im Park“ (tatsächlich waren es sogar zwei, denn erstmals hatte der MTV zwei Vorstellungen organisiert) bot dem Publikum einen liebevoll gestalteten Rahmen, ein uraltes Radio und eine Bank. Das alles lud mit Musikfetzen zum Träumen und Erinnern ein, und das unter passend ausgesuchten Fotografien von Karlheinz Brunst.

Im namensgebenden Park erscheinen gruppenweise 147 tanzende Mädchen und Frauen von vier bis über vierzig Jahren: Sie waren Blumenkinder, Putzfrauen, Pizzaboten oder Sportlern, aber auch Figuren wie eine lebendige Hecke oder ein höchst graziler Schwan. Zu ihnen gesellten sich Ausflügler zum Baden, zum Abschlussball oder in den Zirkus. Gerade hier zeigte sich den zahllosen Besuchern in der Kulturhalle am deutlichsten, wie viel Sport und Akrobatik doch auch in den Tanz mit einfließen können.

Das alles steuerte auf das große Finale zu. Das startete zu Musik von Avicii mit einem wunderschönen Schwarzlichttanz, der an beiden Seiten der Bühne von allerfeinster Bänderakrobatik mit ballettgeprägtem Charme begleitet wurde. Hier zeigten Carolin Voss und Merle Sauer, dass mehr als nur Pirouetten und Spitzentanz in jeder guten Tänzerin stecken muss, vor allem Körperbeherrschung und rhythmisch elegante Bewegung, ganz gleich ob auf dem sicheren Boden der Halle oder hoch in der Luft fast unter den Scheinwerferbalken. Die Zuschauer hielten die Luft an und folgten gebannt den beiden Originalen in luftiger Höhe wie ihren Schattenbildern an den Wänden.

Ballett in der Kulturhalle

Ballett in der Kulturhalle

Gut eineinhalb Stunden Aufführung ohne Pause, das war fürs ganze Team um Susanne Voss, ihre Mitarbeiter und alle Eltern hinter der Bühne ein Kraftakt. Dazu gehörten auch Hilfen von außen wie der Workshop mit einer Artistin des Dietzenbacher Kinder- und Jugendzirkus Chicana. Ein weiterer Höhepunkt war der Solotanz von Carolin Voss. „Ein Geschenk meiner Tochter an ihre Oma zum 80. Geburtstag“, erläuterte Susanne Voss. „Wir haben fast ein Dreivierteljahr geprobt diesmal, und zuletzt hat uns noch die Grippe fast an den Rand unserer Kräfte gebracht. Nur mit einem starken Willen haben manche ihre allerletzten Kräfte für dieses Wochenende mobilisiert.“

Die Jüngsten sind erst seit wenigen Wochen beim MTV-Ballett dabei. Die Anstrengungen hinter dem Training bekam das Publikum nicht zu sehen, sondern nur den Spaß, den die Tänzerinnen haben. Susanne Voss bedankte sich beim MTV für die Unterstützung, der revanchierte sich mit Blumen bedankt. Noch herzlicher fiel der Dank der „großen Mädels“ an „ihre“ Susi aus: „’Kann ich nicht’ gibts bei dir ja nicht, dann kommt nur ‚Üben! Üben! Üben!’ Wir sind seit über zehn Jahren bei dir, damals wollten wir alle nur in rosa Tutus über die Bühne schweben. Aber du tust immer alles für uns, dass wir glücklich sind, auch wenn du selbst gerade Fieber oder Hexenschuss hast…!“ So viel Lob nach zwei derart anstrengenden, kraft- und zeitraubenden Aufführungen am Wochenende machte die diplomierte Lehrerin, die seit 2003 im Verein arbeitet, sichtlich stolz und verlegen. Einige der Großen gehen altersbedingt demnächst andere Wege, „aber wir kommen wieder zurück, denn du bist und bleibst die beste Balletttrainerin, die man sich vorstellen kann.“

Quelle: op-online.de

Kommentare