Menge des Unrats steigt

Dreck wird einfach fallen gelassen

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Rödermark - 128 Tonnen Dreck sammelte der Bauhof zwischen Januar und April außerhalb der regulären Müllabfuhrtermine. Das lässt einen neuen Schmuddelrekord befürchten, denn im Jahr 2014 waren"s insgesamt „nur“ 273 Tonnen. Von Michael Löw 

Die Leute lassen immer häufiger ihre Kaffeebecher, Metzger- und Mc Donalds-Tüten oder Plastikflaschen dort fallen, wo sie gerade stehen - mitten im Ort. Die FDP hatte mit einer umfangreichen parlamentarischen Anfrage wissen wollen, wie"s um die Sauberkeit in Rödermark steht. Bürgermeister Roland Kern und die Kommunalen Betriebe (KBR) haben ebenso detailliert geantwortet. Unsere Zeitung hat nachgehakt, wenn die Zahlen aus dem Rathaus einer Präzision bedurften. Die wenig erfreuliche Schlussfolgerung: Vom Gefühl her ist Rödermark schmutziger geworden.

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Und nicht nur vom Gefühl: 2013 landeten nach der Auskunft der KBR 313 Tonnen Unrat in der Landschaft oder in den 262 öffentlichen Papierkörben. Das war schon weniger als in den Jahren zuvor, 2014 setzte sich der Rückgang auf 273 Tonnen fort. Dieser Trend hat sich in den ersten vier Monaten dieses Jahres umgekehrt, stellt Matthias Kroneisen von den KBR fest. Die Männer vom Bauhof mussten schon 128 Tonnen Abfall wegschaffen. Die Leute lassen den Dreck fallen, wo sie stehen und gehen. Das ist oft mitten im Ort. „Littering“ nennt Kroneisen dieses Phänomen. Die KBR führen eine genaue Statistik, was innerorts und was außerorts zusammenkommt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. 2013 und 2014 war die Menge des in der Stadt gesammelten Mülls um etwa 25 Prozent größer als die aus Feld und Wald. Dieses Jahr explodiert der Wert auf mehr als 110 Prozent (87 zu 41 Tonnen). Kroneisen: „Den Leuten ist"s zunehmend egal, wie ihre Stadt aussieht!“

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Die Art des auf die schnelle Tour entsorgten Mülls frustriert nicht nur den KBR-Mann. Denn in und neben den städtischen Abfallbehältern landet immer mehr Kleinkram unserer Wegwerfgesellschaft - sprich: Transport- und Verpackungsmaterial von Speisen und Getränken für unterwegs. Prall gefüllte Tüten voller Hausmüll sind die Ausnahme.

Die öffentlichen Papierkörbe werden in der Regel zwei Mal pro Woche geleert, an den zentralen Plätzen bis zu vier Mal. Rainer Reuling und seine Kollegen vom Bauhof machen natürlich auch drumherum sauber. Die FDP hatte außerdem gefragt, wer Schmutzfinken auf die Finger schaut und gegebenenfalls klopft. Die Kontrolle sei eine von zahlreichen Aufgaben der fünf städtischen Ordnungspolizisten und des Freiwilligen Polizeidienstes (vier Kräfte), erklärte Bürgermeister Kern. Die Bußgelder, die die Stadt Müllsündern aufbrummte, sind kaum der Rede wert: 2013 waren's 785 Euro, 2014 729,50 Euro und in diesem Jahr bisher erst 143 Euro.

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Quelle: op-online.de

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