Musikverein 06 Urberach feiert 110. Geburtstag traditionell

„Zeltfeste heutzutage kaum mehr bekannt“

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Schnitzel und mehr gab’s beim bayerischen Frühschoppen zum Abschluss des Zeltfestes des Musikvereins 06 Urberach.

Urberach - Das Wetter hielt besser als sein vorausgeeilter Ruf, dennoch war das Zeltfest zum 110. Geburtstag des Musikvereins 06 Urberach ganz unterschiedlich besucht.

Der Freitag hinterließ bei Musik und sehr dünnem Besuch einen selbst sehr gut unterhaltenen, aber eher traurigen Festausschuss. Der Samstag sorgte dank des spontan ins Programm genommenen Public Viewings des deutschen Viertelfinales für einen glücklichen MV06. Der Sonntag hinterließ dank vieler am Umzug wie am Platzkonzert teilnehmender Vereine einen sehr guten Eindruck, der sich abends beim Hessischen Polizeiorchester fortsetzte.

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„Zeltfeste sind heutzutage kaum mehr bekannt. Vor zehn Jahren war das noch ganz anders“, erinnern sich der Vorsitzende Dieter Steuer und die überall engagierte Familie Gurnik. „Die Bevölkerung weiß nicht mehr recht, was so etwas ist, vor allem die Jugend.“ Aber auch die Behörden sind damit nicht mehr vertraut: „Bei allen Genehmigungen etwa stoßen wir fast auf Neuland.“ Seit dem letzten Zeltfest zum 100. Geburtstag hat sich die Gesellschaft stark verändert.

Starke Ausfälle wie der sehr ruhige Freitagabend sind finanziell schwer zu verkraften, doch das Fazit lässt sich erst am Ende ziehen. Technik, Bands, das 24x48-Meter-Zelt, GEMA, Straßensperrungen, Wasser, Strom – das sind Fixkosten, die erst erwirtschaftet werden müssen. Dennoch sind sich viele der rund 15 Organisatoren einig: Wir probieren es beim nächsten Mal wieder; wir gehen es nur noch offensiver an. „Wir wollen den Menschen wieder zeigen, was ein Zeltfest ist, das viel mit gelebter Gemeinschaft zu tun hat“, verspricht Michael Gurnik.

Bilder: Musikverein 06 Urberach feiert Geburtstag

Den ganzen Sonntag über hatte im Zelt Hochbetrieb geherrscht. Begonnen hatte der Tag im gemeinsamen Gebet. Dem ökumenischer Gottesdienst folgte das Mittagessen. Vorbei an geschmückten Häusern lief anschließend der Festumzug mit 23 Nummern, darunter neun befreundeten Musikkapellen, die ganz Urberach zum Klingen brachten und anschließend im Festzelt zum aufspielten. Den Sonntagabend gestaltete das Landespolizeiorchester Hessen - dessen erster Klarinettist László Szábo, der Dirigent des großen Blasorchesters des MV 06, ist.

Mit Musik ging"s auch am gestrigen Montag weiter. Zum Frühschoppen spielte die Oktoberfest-Band „Back’s Blech“ – erneut mit László Szábo an der Klarinette – und ließ Schnitzel und Festbier noch besser munden. Die Tombola rundete den 110. Geburtstag ab, der in seinem Charakter einem traditionellen Dorffest sehr nahe kam. „Wir wollen bei der nächsten großen Feier gern wieder zu einem derartigen Zeltfest einladen, damit die Tradition auch ein wenig erhalten bleib“, äußert Michel Gurnik seine Hoffnung für 2026 zum 120-Jährigen. (chz)

Quelle: op-online.de

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