Frustrierte Bahnkunden

Nahverkehrsplan: Kerns Kritik stößt auf Zustimmung

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Rödermark - Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Öffentlichen Personennahverkehr rund um Rödermark gemacht? Diese Frage stellten wir unseren Lesern, nachdem wir unter dem Titel „Grenzbahnhof wird zum Problem“ über den Nahverkehrsplan 2016 berichtet hatten. Von Michael Löw 

Eine der interessantesten Antworten kam von CDU-Politikern aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg, die der Rödermärker Kritik am Verkehrsverbund Dadina zustimmen. Der Kreis Offenbach bringt derzeit den Nahverkehrsplan auf den neuesten Stand. Der bringt für Rödermark kaum Änderungen. Doch der Magistrat legte großen Wert darauf, dass die seit Jahren beklagten Mängel wie Verspätungen und Ausfälle auf der S-Bahn-Linie 1 oder die schlechte Anbindung der Busse der Darmstadt Dieburger Nahververkehrsorganisation (Dadina) in dieses Papier aufgenommen werden.

Die Kritik von Bürgermeister Roland Kern an den Dadina-Bussen ist Wasser auf den Mühlen der CDU-Fraktion in der Dadina-Verbandsversammlung. „Die auch aus dem Kreis Offenbach von einem Bürgermeister mit grünem Parteibuch geäußerte Kritik an den Kreisgrenzen überschreitenden Verkehren ist gerechtfertigt“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Schuchmann. Seine Attacke zielt auf den Dezernenten Christian Fleischmann (Grüne), der im Kreis Darmstadt-Dieburg für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständig ist. Die Abstimmung über die Kreisgrenzen muss nach Ansicht der CDU besser werden - sowohl auf politischer als auch auf Verwaltungsebene.

Wer wie unsere Zeitung Kritik austeilt, kann auch einstecken. Die Aussage, Rödermarks Lage auf der Grenze zwischen dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Dadina sei das Problem, ist falsch - schreibt „Bahnfahrer“ im Kommentarbereich unseres Internetauftritts. Soweit ihm bekannt, orientiert sich der Zuschnitt der RMV-Tarifwaben an den Kreis- und Gemeindegrenzen. Bei Gründung des RMV konnten die Kreise selbst bestimmen, wie groß die Tarifwaben im jeweiligen Kreis sein sollten. Dieses Wabensystem soll in den nächsten Jahren durch ein mehr entfernungsabhängiges System mit kleineren Tarifschritten abgelöst werden. Dann dürfte auch der Tarifsprung in Rödermark kleiner werden oder sogar wegfallen.

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„Mit dem ÖPNV und dessen Organisation im Rhein-Main-Gebiet haben die es bei den Medien nicht so“, grantelt „Oberwagenlaterne“. Die ganze Crux in Ober-Roden sei darauf zurückzuführen, dass die S-Bahn nicht gleich bis Dieburg durchgeleitet wurde. Mit der Dreieichbahn, die ohnehin mit viel zu geringer Gleiskapazität ausgelegt ist, hat das wenig zu tun. Genau das hatte aber nicht nur unsere Zeitung als Ursache der Probleme genannt, sondern auch die Stadt.

„Zauberhexe“ ist mit der S 1 vollkommen zufrieden - „Was die Taktung angeht“. Sie hofft, dass sich nach den Tunnelbauarbeiten in Frankfurte die Verspätungen wieder auf ein „normales“ Maß einpendeln. Mehr Sorgen macht ihr die Parkplatzsituation, wenn die Plätze an der Odenwaldstraße 2016 ersatzlos wegfallen. „Wenn die Lösung der Stadt dann lauten soll „Weniger Parkplätze = Einführen von Parkgebühren“ halte ich das für den völlig falschen Weg“, schreibt „Zauberhexe“. Es sei doch von Anfang an allen bekannt gewesen, dass Pendler nach Rödermark kommen werden und dass die Zahl eher steigt statt sinkt. Anwohner-Parken könnte ihrer Ansicht nach eine Lösung sein.

Über die Preisgestaltung des RMV kann Rita Dutiné nur den Kopf schütteln: „Eine Gruppentageskarte von Ober-Roden nach Offenbach kostet 10,40 Euro, von Urberach nach Offenbach dagegen 15,80 Euro.“ Petra Maneval aus Ober-Roden arbeitet in Offenbach. Wenn der Anschluss abends am Marktplatz nicht passt, warte sie eine Stunde am Bahnhof Ober-Roden auf den Bus, mit dem sie nach Hause fahren könne. Außerdem seien die Aufzüge an den S-Bahn-Stationen oft kaputt: „Ich frage mich, warum ich noch nicht aufs Auto umgestiegen bin!“ Den Rödermärker Stadtbus vermisst Irmgard Bienert aus Messenhausen. Will sie von dort weg, bleibt ihr nur der Schulbus zur Nell-Breuning-Schule: „Aber dann bin ich immer noch nicht am Bahnhof.“

Quelle: op-online.de

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