Bienen brauchen Hilfe

Naturschützer und Hobbyimker werben für mehr Vielfalt in Gärten

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Honigproben von Frühjahrs- und Sommertracht und Honigbonbons: das alles erwartete die Teilnehmer der Bienenexkursion im Feld.

Ober-Roden - „Pflanzen Sie, worauf Bienen fliegen!“ Diesen Apell richteten Hobbyimker, Naturschützer und Mitglieder der Anderen Liste / Die Grünen bei einer Veranstaltung an interessierte Gäste. Diese dringende Bitte darf nicht ungehört verhallen. Denn ohne Bienen funktioniert die Natur nicht.

Es werden immer weniger Bienen, obwohl von ihrer Arbeit unsere Ernährung abhängt. Gegen diese Bedrohung gibt es aber Rezepte. Jeder kann etwas dagegen tun, ob „normaler“ Bürger, Landwirt oder Kleingärtner. Bienen brauchen Vielfalt. Wir müssen nur handeln, die Uhr steht auf kurz vor 12. Das etwa war der dringende Rat einer Gruppe von Hobbyimkern und Naturschutzbewegten, die auf Einladung der Anderen Liste AL/Die Grünen mitten in der Natur Tipps gegen das Bienensterben gaben. Die knapp 50 Beteiligten, die hinterm Germania-Sportplatz am Schrebergarten des Hobbyimkers Adrian Haus zusammen kamen, übertrafen alle Erwartungen. Vor allem was das Kennenlernen und Kontakteknüpfen zum gemeinsamen Kampf gegen das Bienensterben angeht, war eine breite Basis gegeben.

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Viele der Hobbyimker kannten sich bislang nicht, nur wenige sind im Imkerverein Maingau zuhause, der ebenso vertreten war wie die Landwirte mit Mechthilde Zöller, der NABU durch Dr. Rüdiger Werner und weitere Mitarbeiter sowie Bürgermeister Roland Kern für die Stadt. So ging das Gespräch nach einer kurzen Einführung durch den Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Kreistag, Raimund Butz, und durch die Schilderung der Sorgen und Nöte durch die Hobbyimker Adrian Haus und Tanja Behre rasch ins Praktische über.

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Wo kommen sich Imker und Landwirte in die Quere? Wo kann der Gartenbesitzer nachhelfen? Wo können die Stadt oder der Naturschutzbund regulierend eingreifen? Die Imker machten sehr deutlich, dass für Bienen und andere nektarsuchende Insekten die Artenvielfalt der Flora extrem wichtig ist und durch die aktuellen Defizite dringender Handlungsbedarf besteht. Auch Streuobstwiesen bieten nur dann bis zum Herbst Nahrung für die Bienen, wenn neben den Bäumen viele Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten gedeihen, was leider selten der Fall ist.

Vorschläge für eine Verbesserung der Situation kamen reichlich: Blühende Wiesen, die maximal einmal jährlich gemäht werden, bis zu drei Meter breite Randstreifen mit Wildkräutern an den Feldrändern, Pflanzung von bienenfreundlichen Bäumen und Sträuchern durch die Stadt, Verbannung von bienenschädlichen Spritzmitteln aus den Märkten und Vorschläge, welche Pflanzen man im Hausgarten für die Bienen hegen und pflegen sollte: Kräuter, Sonnenhüte, Malve, Cosmea, Lavendel etwa, also möglichst naturbelassene und nicht hochgezüchtete Sträucher und Blumen.

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So ist es eben nicht die geschlossene Edelrose, die Bienen dienen kann, sondern die einfache Wildrose. Bürgermeister Roland Kern griff den Ansatz, alle Interessengruppen zusammen zu bringen, gerne auf und versprach, die Situation der Bienen auf die Agenda der nächsten Sitzung der Jagdgenossenschaft zu nehmen. Er berichtete, dass die Stadtverwaltung in Umsetzung des Beschlusses zur „Förderung der lokalen Imkerei“ das Aufstellen von Bienenkästen in Streuobstwiesen vermittelt habe. An geeigneten Stellen solle die Pflanzung von Linden geprüft werden. Fraktionsvorsitzender Stefan Gerl brachte ein, das Land Hessen fördere die nachhaltige Bewirtschaftung von Grünstreifen als mehrjähriger Blühfläche. Auch sollten Landwirte unterstützt werden, diese Förderungsmöglichkeiten auch in Anspruch zu nehmen.

chz

Quelle: op-online.de

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