Entscheidung leichter machen

Nell-Breuning-Schule zeigt Abgängern, wie es weitergehen könnte

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Für die Väter der angehenden Nell-Breuning-Schüler mindestens so spannend wie für den Nachwuchs: Der Leistungskurs Physik hatte eine Braun"sche Röhre aufgebaut, die einen gebündelten Elektronenstrahl erzeugt.  

Ober-Roden - Viert- und Zehntklässler stehen im Winter vor der Frage: Wohin im nach den Sommerferien? Die Nell-Breuning-Schule (NBS) liefert mit einem Tag der offenen Tür potenziellen Schülern und ihren Eltern Entscheidungshilfe.

Der Schritt ihrer Kinder aus der beschützenden Grundschule heraus bringt viele Eltern ins Grübeln - nicht zuletzt wegen eines maßgerechten Bildungswegs. Möglichst viele Informationen und ein Gefühl dafür, wie eine Schule „tickt“, helfen da weiter. Genau dafür öffnete die Nell-Breuning-Schule (NBS) ihre Türen zum Probeunterricht und zu Gesprächen mit Lehrern. Die NBS ist eine integrierte Gesamt- und Europaschule, die weit über Europa hinaus ihre Kontakte hat. Viele Familien künftiger Fünftklässler und Oberstufenschüler nutzten die Chance, um sich über Gebäude, Kollegium, Lehrpläne und Didaktik sowie über außerschulische Möglichkeiten zu informieren.

Das Angebot war wieder riesig und kaum zu bewältigen. Die Wissenshungrigen mussten sich für Schwerpunkte entscheiden und viele Wege und Treppen gehen, konnten sich dazwischen aber überall bei leckeren Angeboten der Klassen stärken. Was gegessen werden konnte, wurde teilweise in der Schulküche zubereitet: Pancerotti etwa, eine Spezialität der italienischen Region um Bari, wo eine der Partnerschulen der NBS liegt. Bunt gemischt war auch die Getränkekarte an der Cocktailbar.

Doch natürlich lag der Schwerpunkt auf den didaktischen und inhaltlichen Schwerpunkten. Im „Roten Oswald“, dem Kunst- und Musikgebäude der Schule, gab"s Angebote von „Jugend debattiert“ über Chor und Big Band bis hin zu kleinen Zumba-Vorführungen. Die naturwissenschaftlichen Fächer vermittelten anregende Informationen fürs Auge und für den Verstand mit Hilfe von Experimente und Ausstellungen; ein bunt bekleidetes Skelett am Treppenaufgang verwies darauf.

Droben konnte die Besucher ihre persönlichen Erbgutträger, die DNA, extrahieren. Es war ein eindrucksvoller Versuch, den jeder Neugierige mit Partikeln aus seiner Mundhöhle - natürlich von jetzigen und ehemaligen Schülern angeleitet - durchführen konnte. Der detaillierte Aufbau einer Braun"schen Röhre zur gebündelten Erzeugung von Elektronenstrahlen weckte vor allem das Interesse der Väter, wie die herumstehenden „Zuschauer“ bewiesen. Doch die waren auch zu einem kleinen Tischfußballspiel im Werkraum bereit. Hier hatten viele Klassen ihre Arbeiten aus Wahl- und Wahlpflichtkursen zur Erprobung ausgestellt.

Studienfahrten und Praktika wurden in kleinen Präsentationen vorgestellt, Praktikumsberichte ausgelegt, die vielfältigen Fremdsprachenmöglichkeiten dargestellt und vieles mehr. So international sich die Schule auch präsentierte: Im ganzen Haus war trotz bunter Menschenvielfalt nur die deutsche Sprache zu hören. Wer damit als Gast ein Problem hatte, bekam Hilfe. Gleich am Eingang standen fünf Sprachlotsinnen, unter anderem für Urdu (Pakistanisch), Türkisch oder Persisch, zum Helfen bereit und warben zugleich für ihre Kontaktstellen etwa im „SchillerHaus“.

Abschluss der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in Ober-Roden: Fotos

Ganz „normale“ Schnupperstunden gaben einen guten Einblick in den Unterrichtsalltag. Das taten auch Führungen durchs Gebäude und zahlreiche Informationsstände, die für einen Besuch der Europaschule warben. Vor allem aber lag diese gute Werbung in den Händen der Schüler und Lehrer. Und die mit ihrer eigenen Zufriedenheit Jugendlichen und Eltern die schwere Entscheidung gerade zum Wechsel in die Oberstufe erleichterten - wie etwa der Waldackerer Sven Hohmann, derzeit im 12. Jahrgang: „Ich bin immer noch sehr glücklich über meine Entscheidung für die NBS. Die Wege sind kurz und die Schule überzeugt mich noch heute vollkommen.“  (chz)

Quelle: op-online.de

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