Neubau der Drogeriemarktkette

Rossmann nicht zu stoppen

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Städtebaulich nicht sonderlich schön, bei Nahversorgern aber äußerst beliebt: das kleine Märktezentrum zwischen Odenwald- und Senefelderstraße.

Ober-Roden - Lidl ist schon dort, Netto, ein Biomarkt und Aldi ebenfalls. Jetzt möchte sich auch die Drogeriemarktkette Rossmann im Gewerbegebiet zwischen Odenwaldstraße und Senefelderstraße ansiedeln.

Nach anfänglichem Zögern spricht sich die CDU klar für das Projekt aus. Zwar will auch der CDU-Koalitionspartner AL einen Drogeriemarkt in Ober-Roden. Zunächst müssten aber die Auswirkungen auf andere Märkte geprüft werden.

Nördlich des Rödermarkrings, am Beginn von Senefelder- und Odenwaldstraße, hat sich ein kleines Märktezentrum etabliert. Die Vorteile liegen auf der Hand – zumindest für motorisierte Kunden: gut erreichbar, Parkplätze vor der Ladentür. Davon will die Rossmann-Kette profitieren und hat eine Tochtergesellschaft des Discounters Aldi mit dem Bau eines Drogeriemarktes beauftragt. Die beim Kreis Offenbach angesiedelte Bauaufsicht hatte die Bauvoranfrage jedoch abgelehnt, weil sich die Stadt Rödermark gegen noch mehr großflächigen Einzelhandel in diesem Gewerbegebiet ausgesprochen hatte. Gegen diese Entscheidung hat Aldi Widerspruch eingelegt.

Jetzt begrüßt die CDU-Fraktion allerdings die Idee, in Ober-Roden (vermutlich direkt neben Aldi) den Rossmann Drogeriemarkt anzusiedeln. In einer CDU-Presseerklärung heißt es, Aldi sei an einer einvernehmlichen Lösung interessiert. Gesprächsbedarf bestehe noch zur Zufahrtsproblematik. „Zwei Discountermärkte in unmittelbarer Nachbarschaft zur Firma Schmoll, die weiterhin optimal angedient werden sollte, stellen eine verkehrliche Herausforderung dar“, schildert der Fraktionsvorsitzende Michael Gensert das Problem. Erster Stadtrat Jörg Rotter erklärt hierzu: „Die Ansiedlung eines Drogeriemarktes ist ein Gewinn für Ober-Roden, lediglich der vorgesehene Standort führte zu Diskussionen. Wir sind jedoch optimistisch, dass der Magistrat mit allen Beteiligten bezüglich der Zufahrtsproblematik eine einvernehmliche Regelung finden wird. Die Gespräche in den letzten Wochen haben Lösungswege aufgezeigt, so dass eine Ansiedlung möglich sein sollte.“

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Nach Genserts Ansicht ist damit der Weg frei für den Neubau in der Senefelderstraße: „Nach den mittlerweile vorliegenden Unterlagen und Zahlen hat der Drogeriemarkt eine Verkaufsfläche von deutlich unter 800 Quadratmeter. Es handelt sich daher nicht um großflächigen Einzelhandel. Ein solcher Drogeriemarkt ist im Gewerbegebiet daher grundsätzlich genehmigungsfähig. Außerdem ergänzt ein solcher Markt das vorhandene Angebot sinnvoll. Negative Auswirkungen auf andere Standorte sind entweder nicht vorhanden oder nur in einem solchen Umfange feststellbar, der die allgemeine Konkurrenzsituation nicht wesentlich verschärft. Die Bürger warten auf Rossmann. Früher gab es in Ober-Roden drei Drogerien, derzeit keine mehr.“

Vorsichtiger argumentiert Genserts Koalitionspartner Stefan Gerl (AL): „Auch wir wollen einen Drogeriemarkt für Ober-Roden. Wir wollen vorher aber wissen, wie sich dessen Ansiedlung auf andere Märkte auswirkt.“ Zum Beispiel liege das Breidert City-Center in unmittelbarer Nachbarschaft zu der geplanten Neuansiedlung. Das Breidert-Center solle bekanntlich wiederbelebt werden. „Würde Rossmann dies womöglich behindern?“, fragt Gerl und will weiter wissen, welche Konsequenzen der Neubau auf die Einkaufssituation in Ober-Roden Nord generell haben könnten. Diese Fragen würden derzeit geprüft. Bis Oktober werde Klarheit bestehen. Das Projekt war umstritten. Die Kreisbauaufsicht beschied die Bauvoranfrage negativ. Auch die Stadt Rödermark überlegte, die Ansiedlung durch das baurechtliche Instrument einer Veränderungssperre zu verhindern. In der Stadtverordnetenversammlung vom Juli wurden dann aber weder die Veränderungssperre noch der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan verabschiedet. Stattdessen erging der Auftrag an den Magistrat, mit Aldi als Bauherrn für Rossmann weiter zu verhandeln. CDU-Chef und Jurist Gensert ist sicher: „Aldi hat sogar Anspruch auf eine Baugenehmigung.“ (bp)

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Quelle: op-online.de

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