Soll Herzstück von Alt-Ober-Roden werden

„Dinjerhof“: Neue Ideen im alten Gemäuer

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Im „Dinjerhof“ sollen Kultur, Brauchtum und Feiern auf eine noch breitere Basis gestellt werden.

Ober-Roden - Der „Dinjerhof“ soll noch stärker zum Herzstück von Alt-Ober-Roden werden. Wilhelm Schöneberger, der das Familienanwesen über fast zehn Jahre hinweg restauriert hat, gründete mit einem Dutzend Gleichgesinnter einen Freundeskreis, um den Pulsschlag zu beschleunigen.

Hausherr Wilhelm Schöneberger (kniend) und die „Freunde im Dinjerhof“: Peter Götz, Jochen Prestel, Jürgen Bierent, Reinhard Berker, Roland Groh, Alexander Fürst, Rudi Reichenbach, Eckhard von der Lühe, Werner Gotta, Rolf Schwerber und Albert Böttner (von links). Auf dem Bild fehlt Fotografin Ruth Prestel.

Rödermarks jüngster Verein heißt „Freundeskreis im Dinjerhof“. Sein Gründungsdatum ist der 15. Oktober - aus einem ganz banalen Grund. „15.10.15 - das kann man sich immer ganz leicht merken“, sagt Wilhelm Schöneberger, Hausherr der Hofreite Pfarrgasse 7-9 und Vorsitzender. Der Unternehmensberater hat im Freundeskreis vielfältige Erfahrungen gebündelt. Kulturelle Kompetenz bringen sein Stellvertreter Albert Böttner vom Jazzclub oder Rudi Reichenbach und Rolf Schwerber vom Alternativen Zentrum mit. Für Roland Groh ist die Bezeichnung ambitionierter Hobbykoch untertrieben, Reinhard Berker hat sich als historisch bewanderter Ortskernführer längst einen Namen über den Ortskern hinaus gemacht.

„Der „Dinjerhof“ ist viel zu schade, um ihn nur aufs Wochenende zu reduzieren“, will Schöneberger noch mehr Veranstaltungen in das über 300 Jahre alte Gemäuer bringen. Des Geldes wegen auch runde Geburtstage, Ehejubiläen oder Firmenfeiern. Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Dem Freundeskreis liegt Ober-Roden am Herzen. Reinhard Berker, der nur einen Steinwurf vom „Dinjerhof“ entfernt aufwuchs, beschreibt die Lage alles andere als rosig: „Wir brauchen neue Strukturen im Ortskern, denn einen Schaufensterbummel wird es nicht mehr geben.“ Kultur und Brauchtum sollen die Geschäfte als Publikumsmagneten ersetzen. Mundart zum Beispiel zieht die Leute an, das hat vor gut vier Wochen erst wieder das Kerbtheater bewiesen. In diese Richtungen gehen auch Lesungen: „Fürs Hochgeistige bleibt der Bücherturm zuständig.“

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Seine Eignung als Musikbühne hat der „Dinjerhof“ schon bei Konzerten von Jazzclub, Alternativem Zentrum und dem „Endlisch Musigg“-Orchester des MV Viktoria 08 bewiesen. Schöneberger und seine Mitstreiter haben zudem etliche Sammler an der Hand, die nur darauf warten, Korkenzieher, altes Blechspielzeug und andere Raritäten auszustellen. Schöneberger und Berker haben schon einen Backkurs absolviert. Denn ein großer Ofen, der quadratmeterweise Zwetschgenkuchen oder ganze Bleche voller Brot ausspuckt, ist eines der nächsten Ziele. Ihren kulinarischen Sachverstand bieten sie auch jenen Vereinen wie der Kolpingsfamilie an, die den „Dinjerhof“ für ihre Veranstaltungen nutzen: „Zu selbstgemachtem Kartoffelgemüse gehören einfach auch selbst gemachte Frikadellen!“

Der Freundeskreis sieht den „Dinjerhof“ als das, was Bürgermeister Roland Kern gern Beteiligungsprojekt nennt: Viele engagieren sich, damit noch mehr Menschen etwas davon haben. Doch im Gegensatz zur Stadt könne der Verein Ideen viel schneller umsetzen. Wer Mitglied werden will oder sich für eine andere Form von Mitarbeit interessiert, kann einen der 13 Gründer ansprechen oder eine E-mail an info@dinjerhof.de schicken.

Quelle: op-online.de

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