Oase in der Einkaufswüste

Neues Geschäftshaus an Ortsdurchfahrt Waldacker

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Jürgen Heine hat an der Ortsdurchfahrt ein Geschäfts- und Wohnhaus gebaut. Die Läden erweitern die Einkaufsmöglichkeiten in Waldacker beträchtlich. Die Inhaber rechnen nicht nur mit Kunden aus dem Stadtteil - auch Pendler können sich dort versorgen.

Waldacker - Im Geschäftsleben von Waldacker tut sich etwas - auch wenn man es kaum mehr glaubt: An der Hauptstraße haben zwei neue Läden aufgemacht, darunter eine Bäckerei, die nicht nur Brot und Brötchen verkauft. Von Christine Ziesecke 

Das zweigeschossige Geschäfts- und Wohnhaus neben der Tankstelle beherbergt zwei Läden. Hatice Nebilis (40), Schneidermeisterin aus Dietzenbach, ist mit ihrer Änderungsschneiderei und der Reinigungsannahme aus der Goethestraße in den Neubau umgezogen, der die Einkaufswüste Waldacker belebt.

Ihre Schneiderlehre hat sie in der Türkei mit dem Meisterbrief abgeschlossen, 1994 kam sie mit ihrem Ehemann nach Deutschland. Seit fünf Jahren ist Hatice Nebilis mit ihrem Laden in Waldacker, sie hat viele Stammkunden, und der jetzige Mietvertrag ist mit berechtigter Hoffnung langfristig abgeschlossen. „Hier ist es besser als hinten in der Goethestraße! Ich habe hier seit der Eröffnung schon mehrere neue Kunden aus Messenhausen, Darmstadt und so. Und der Parkplatz vor dem Haus erleichtert auch vieles“, ist Hatice Nebilis mit dem Start zufrieden.

Maschinen für Dickes und Dünnes

Sie näht alles und hat Spezialmaschinen für Dickes und Dünnes, für Leder und vieles mehr; die Reinigungsfirma, mit der sie zusammenarbeitet, holt und bringt täglich Ware. Zur Zeit hat sie montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Noch ist sie allein, aber längerfristig sucht sie eine Mitarbeiterin.

Gleich nebendran bei „Unser Bäcker“ riecht es ab 6 Uhr morgens nach frischen Brötchen, heißem Kaffee und manchem mehr. Hier eröffnete Mustafa Denizli (46, seit 33 Jahren in Deutschland) seine nächste Bäckerei. Im Franchise-System, dem Konzessionsverkauf, betreibt er seit dem Jahr 2000 Geschäfte im ganzen Rhein-Main-Gebiet. Wenn sie florieren, gibt er sie ab; diese aber möchte er auf alle Fälle behalten. Mit ihm betreut Yusuf Cikin (22), ein gebürtiger Deutscher, der bei Denizli Bäckerfachverkäufer gelernt hat, die Filiale. Er wird sie leiten, wenn sich sein Chef wieder anderen Läden zuwendet.

Bäcker und Backshops gibt"s viele, doch Mustafa Denizli hat einen Schwerpunkt: multikulti ist sein Markenzeichen. Außer den gängigen Brot- und Brötchensorten, Kreppeln und belegten Brötchen verkauft er Türkisches - Böreks mit Spinat, Hackfleisch und manches mehr -, aber auch Italienisches, Englisches, Französisches.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Der Platz an der Ortsdurchfahrt ist gut, ist sich der gelernte Maschinenschlosser sicher. „Jürgen Heine, der Besitzer des Hauses, hatte mehrere Anfragen von Bäckerbetrieben, aber er wollte mich hier haben.“ Die Ware kommt teils fertig, teils vorgebacken von Großbäckereien wie etwa Heberer; die internationalen Gebäcke werden frisch gebacken. Die Rohlinge lagert Denizli in Kühl- und Gefrierräumen im Keller.

Schneidermeisterin Hatice Nebilis hat die Chance ergriffen und ist mit ihrer Reinigungsannahme samt Heißmangel aus der Goethestraße in die Hauptstraße umgezogen. 

„Wir sind optimistisch, denn hier fahren nach unserer Recherche etwa 15.000 Pendler regelmäßig durch, wir haben Parkplätze und bieten bis 13 Uhr stets auch ein Frühstück an. Und unser Angebot werden wir nach einiger Zeit dem anpassen, was gewünscht wird“, sagt der Geschäftsmann. Mit zwei Voll- und vier Teilzeitkräften hat „Unser Bäcker“ montags bis freitags von 6 bis 18 Uhr, samstags von 6 bis 14 Uhr und sonntags von 7 bis 14 Uhr geöffnet. „Mit den Allerbilligsten können wir nicht konkurrieren, denn wir backen hier noch mit Herz und haben keine Massenprodukte. Aber unsere Ware ist ihr Geld wert“, ist sich Denizli sicher.

Quelle: op-online.de

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