Neujahrsempfang

Rück- und Ausblick aus persönlicher Sicht

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Kein hochgestellter Vertreter aus Politik und Wirtschaft hielt die Festrede beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Gewerbeverein und Stadt. Sieben Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt blickten mit Bürgermeister Roland Kern zurück und nach vorn.

Ober-Roden - Im neuen Gewand empfingen Gewerbeverein und Rödermark das neue Jahr und jene Bürger, die in Handel, Gewerbe, Vereinen oder Politik ihren Platz haben. Erstmalig war kein namhafter Redner zu Gast; vielmehr wagten sieben Rödermärker sowohl Rück- als auch Ausblick.

Deutschlands Wirtschaft boome wie noch nie, sagte Gewerbevereinsvorsitzender Manfred Rädlein: „Alles ist in Butter trotz der Krisen im Nahen Osten, in der Ukraine und anderswo“. Angesichts abgestürzter Ölpreise und eines niedrigen Euro gewinne die Wirtschaft 2015 Schwung. Gute Geschäfte erwartet Unternehmer Michael Haberstroh, der die Rolle des Mittelstands betonte.

Volle Geldbeutel der Konsumenten lassen nicht nur die Herzen der Handwerker höher schlagen. Auch der klassische und der Internethandel profitieren davon. Doch der Online-Handel macht den örtlichen Kleinbetrieben das Leben schwer, bedauerte Gewerbevereinsmitglied Jo Arendt. Er zeichnete das Schreckensbild eines Ortes ohne Einzelhandel. „Wie Google unser Freund wurde“, lautete der Tenor von Thomas Rosenblatt, der die Vorteile des rechten Einsatzes des Internet vertrat. Soziale Netzwerke seien durchaus ein Motor für die Wirtschaft vor Ort, die dennoch mit Zuhören, Verständnis und Erklärungen die Generation 50+ für sich gewinnen könne.

Viele lobende Worte, wenige kritische

Für die älteren Bürger blickte sich Elfriede Lotz-Frank um und wusste vieles zu loben. Kritikpunkte waren fehlende öffentliche Toiletten, die in den Senioren-Wohneinheiten eingerichtet werden könnten, der fehlende Stadtbus und der schlechte Zustand der viel genutzten Friedhofstraße. Ein Anliegen war es ihr auch, Muslimen nach ihrem Tod ein würdevolleres Eck auf dem Friedhof als bisher zuzusichern.

Zufrieden mit den Entwicklungen in der Stadt und mit dem neuen Gemeindezentrum St. Gallus war Pfadfinder Jan Maiwald als Vertreter der Jugend: „Wir sind froh, dass die Stadt unsere Arbeit schätzt.“

Für den Sport fand Anne von Soosten-Höllings die rechten Worte. Sie erläuterte den Wert weit über die Wettkampfidee hinaus - in der Verbindung von Menschen über soziale und sprachliche Barrieren hinweg oder in der Ausbildung der Nachwuchstrainer.

Das Mittel zum Zweck

Musik und Kunst als Medium für ein konstruktives Miteinander: Das stand im Mittelpunkt des Ausblicks von Benno Eckmann, dem Leiter der Musikschule. 2 230 Rödermärker machen organisiert Musik, die seiner Ansicht nach mehr als das Sahnehäubchen auf dem Kuchen sein muss.

Bürgermeister Roland Kern versprach, sich der vorgebrachten Anregungen anzunehmen und beendete den Empfang mit einer langen Liste aller Errungenschaften in dieser Stadt - von U3-Kindergärten bis zu Wohnprojekten für Senioren. Das alles sei nicht trotz, sondern dank des hessischen Finanz-Schutzschirmes weiter zu verfolgen, immer mit dem Ziel, einen ausgeglichenen Haushalt bis 2018 zu erreichen. Schutzschirm sei für unsere Stadt kein Unwort, sondern ein Mittel zum Zweck, sagte Kern.

chz

Quelle: op-online.de

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