Norbert Jäger ist Teamchef beim „Stadtradeln“

Motivierender Kilometersammler

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Zwei von drei Jäger-Generationen im Sattel: Sabine und Norbert Jäger radeln mit den Enkelinnen Rabia (13) und Elemedina (10) durch Ober-Roden.  

Ober-Roden - Norbert Jäger ist Rödermarks eifrigster Fahrrad-Motivator. Das ganze Jahr über bringt er drei Generationen seiner Familie auf den Sattel. Von Michael Löw 

Während des „Stadtradelns“ ist er Chef des „Teams Jäger“, das möglichst viele Kilometer zum Klimaschutz-Wettbewerb beisteuern will. „Ich wollte mal sehen, was geht.“ Kurz und bündig erklärt Norbert Jäger, warum er sich voriges Jahr fürs erste „Stadtradeln“ angemeldet hatte. Bisher war"s ihm ziemlich egal, wie viele Kilometer er fuhr. Für den Wettbewerb um Deutschlands klimafreundlichste Kommune hat er drei Wochen lang Buch geführt. Über 1 359 Kilometer in drei Wochen war er am Ende selbst ein wenig erstaunt. Damit war er der beste Einzelfahrer.

Norbert Jäger hat sich fürs „Stadtradeln 2015“ ein noch ehrgeizigeres Ziel gesetzt. 2 000 Kilometer sollen"s bis zum 17. Juli sein. Am Mittwochabend fehlten ihm noch 900 Kilometer, die Sache könnte also knapp werden. Andererseits: Tagesetappen von 100 Kilometern aufwärts schrecken ihn kein bisschen. „Gemütlich gibt"s bei Dir nicht“, kommentiert Tochter Sandra Jäger. Zusammen mit seiner Frau Sabine ist Norbert Jäger früher viel gewandert. Nach mehreren Bandscheibenvorfällen stieg er immer häufiger aufs Rad, das tat dem Rücken gut. Und damit das so bleibt, hat er sich für jeden Zweck das passende Sportgerät ausgesucht: ein Rennrad für die schnellen Kilometer auf der Straße, ein Mountainbike für Stock und Stein, eine Reiserad für die große Tour und ein Crossroad für alles, was in keine dieser Kategorien passt.

„Alle Fahrräder sind selbst gebaut“, sagt Jäger und verblüfft so manchen Zuhörer. Die Rahmen kauft er natürlich ebenso wie Schaltwerk, Bremsen, Pedale, Lenker und, und, und... Jede Komponente muss Jägers strenge Anforderungen für dieses oder jenes Fahrrad erfüllen. Wenn er die passenden Teile gefunden hat, baut er sie zu seinen ganz persönlichen Fahrrädern zusammen.

Die meisten Urlaube verbringen Sabine und Norbert Jäger im Fahrradsattel. Die Reisen beginnen normalerweise vor der Haustür, für eine Nordsee-Tour benutzten sie auch mal den Zug - aber nur bis Fulda. Die restliche Strecke bis Bremen bewältigten die beiden nur mit Muskelkraft. Wobei sich die Begeisterung für die letzten Kilometer in Grenzen hielt. Sabine Jäger. „Am Weserdeich ist"s nicht so spannend. Da sieht man nur noch Schafsknöddel!“ Die Jäger radelten schon an so ziemlich allen deutschen Flüssen entlang, erkundeten außerdem Mallorca und Kreta mit (Leih-)Fahrrädern. Und Ziele gibt"s noch reichlich. Sabine Jäger schätzt, dass ihr Mann „mindestens 200 Jahre alt werden muss“, um all seine Wünsche zu realisieren.

Fahrrad-Infotag des ADFC

Es ist noch nicht lange her, dass Norbert Jäger sich ein Fahrrad-Navi gekauft hat. Sein Urteil fällt aber vernichtend aus: „Das Ding geht mir auf den Senkel. Es wollte mich immer auf die Straße schicken, obwohl ich auf Waldwegen bleiben wollte.“ Der Vielradler vertraut lieber den Karten, von denen er einen ganzen Schrank voll besitzt. Auf der ältesten ist noch nicht einmal die Autobahn Frankfurt/Würzburg eingezeichnet.

Und wo sind Norbert Jägers Lieblingsstrecken, wenn er mal wenig Zeit hat? Auf seinem Rennrad fegt er gerne das „Bahnpädche“ von Ober-Roden Richtung Norden entlang. Steigt er auf das Mountainbike, kämpft er sich die Rückersbacher Schlucht bei Hörstein hinauf. Ehefrau Sabine führt auf dem täglichen Weg zur Arbeit nach Dieburg einen ganz anderen Kampf: „Der Radweg an der Bahnlinie von Ober-Roden nach Eppertshausen ist furchtbar holprig - da fallen einem glatt die Plomben raus!“ Das hatten beim „Stadtradeln 2014“ schon TS-Vize Thomas Weiland und andere Teilnehmer beklagt. Vielleicht füllt die neue Beschwerde ja ein paar Schlaglöcher.

Quelle: op-online.de

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