Trafohäuschen im Breidert

Lehrlinge verschönern verschmierte Mauern

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Meike Schenck (20), im dritten Lehrjahr, und Stefan Kaut (21), im zweiten Lehrjahr bei Malermeister Boris Gotta beschäftigt, verschönern das Trafohäuschen im Breidert.

Ober-Roden - Das verschmierte Trafohäuschen an der Buswendeschleife im Breidert ist vielen Breidert-Bewohnern ebenso wie die Hundehaufen drum herum ein Dorn im Auge. Von Christine Ziesecke

Die großen Graffitis wirken störend, doch bald wird auch dieser Teil der seit drei Jahren geplanten Verschönerung abgeschlossen werden können. Karlheinz Weber und Heinz Weber von der Initiative „Wir sind Breidert“ freuen sich über den Start der Trafohäuschen-Restaurierung, die ihnen Malermeister Boris Gotta mit seinen Lehrlingen Meike Schenck und Stefan Kaut ermöglichen. Der Neuanstrich ist ein Ausbildungsprojekt. Gotta lässt seine Lehrlinge gerne und sogar im Ausland selbständig arbeiten. So hat Meike Schenck (20) im vergangenen Sommer einen Bungalow in Italien mitgestalten dürfen - von der Planung bis zur künstlerischen Umsetzung. Abiturient Stefan Kaut (21) fängt bald sein Studium an einer Berufsakademie an. Das Lehrjahr war der Einstieg, ab Sommer wird er nur noch in den Semesterferien seine praktische Ausbildung bei Gotta machen.

Meike Schenck wird dem Handwerk vielleicht den Rücken kehren und in den medizinischen Bereich wechseln. „Zumindest die weiße Arbeitskleidung bleibt dann gleich, doch diese Arbeit ist für Frauen schon sehr schwer“, argumentiert sie, obwohl ihr die Malerarbeit sehr viel Spaß macht. Gerne war Boris Gotta der Bitte der Initiative um Material entgegen gekommen, doch rasch hatte man sich auf die kostenlose Lehrlingsbaustelle geeinigt: „Es ist eine überschaubare Größe und in drei Tagen erledigt; außerdem können wir daran theoretisch alles üben bis hin zu Ausschreibungen und Kalkulationen“, erklärt Boris Gotta, der selbst lange Jahre im Breidert gewohnt hat.

Positiver Einfluss auf Hundehalter

Vorarbeiten hatten die Breidert-Bewohner schon geleistet; die Maler haben jetzt die vier Wände gereinigt und zweimal grundiert sowie den Sockel nachgebessert. Nun ist der nächste Schachzug dran: An den Tagen der „Offenen Ateliers“ hatte Heinz Weber die junge Designerin „Die Gräphin“ um die künstlerische Gestaltung gebeten. Der Entwurf, der das Trafohaus rundherum umlaufen wird, hängt an der Baustelle aus; die Gestaltung durch Jennie Bödeker (www.diegraephin.de) kann beginnen. „Entsprechend dem Objekt wurden Motive gewählt, welche die Wechselwirkung von Energie und Umfeld skizzieren“, erläutert Heinz Weber: Sonnenblumen und Windrad zum Beispiel. Mit dem Eigentümer des Trafohäuschens, einem Unternehmen der HEAG Südhessischen Energie AG (HSE), ist die Gestaltung abgesprochen. Es trägt auch als Sponsor mit zum Gelingen bei. Wenn das Wetter mitspielt, erfolgen am Samstag, 9.Mai, die letzten Pinselstriche. Dann wird das fertige Werk mit einem kleinen Fest den Bürgern übergeben.

„Wir hoffen, dass die Neugestaltung des Trafohäuschens auch einen positiven Einfluss auf die Hundehalter auslöst und die kleinen Lieblinge ihre Notdurft nicht mehr auf dem Rasen, der auch noch neu gestaltet wird, verrichten“, wünscht sich Karlheinz Weber - zumal der Feldrand samt Tütenspender gleich um die Ecke ist.

Quelle: op-online.de

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