Ober-Röder Brandschützer ziehen Bilanz des Bereitschaftsdienstes

Drei Wochen lang „Berufsfeuerwehr“

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Die Freiwillige Feuerwehr Ober-Roden hatte während der Baustellen-Chaostage einen Bereitschaftsdienst eingerichtet. Als Dankeschön gab der Erste Stadtrat Jörg Rotter den Helfern einen aus.

Ober-Roden - Zehn Minuten beträgt die Hilfefrist: Nur so viel Zeit darf zwischen dem Alarm und dem Eintreffen der ersten Helfer am Unglücksort vergehen.

Das hätte die Freiwillige Feuerwehr Ober-Roden während der Sperrungen im Süden des Stadtteils nicht geschafft, deshalb richtete sie einen Bereitschaftsdienst im Feuerwehrhaus ein. Erster Stadtrat Jörg Rotter dankte diesen Helfern jetzt mit einem kleinen Ausflug. Drei Wochen lang bescherte die Doppelbaustelle an der Triftbrücke und dem B 45-Anschluss Eppertshausen den Ober-Röder Straßen ein Verkehrschaos mit langen Staus. In denen hätten auch Feuerwehrleute gesteckt, die bei einem Alarm zur Wache in der Kapellenstraße gefahren wären. Deshalb schoben dort Freiwillige tagelang Bereitschaftsdienst, um die Sicherheit der Bürger zu garantieren.

27 Männer und Frauen hatten sich für diesen Bereitschaftsdienst gemeldet, zog Stadtbrandinspektor Herbert Weber Bilanz. Er teilte sich die Verantwortung mit Thomas Braun. Jeweils sechs ihrer Leute saßen zwischen dem 16. November und 4. Dezember einsatzbereit im Stützpunkt. Werktags von 16 bis 19 Uhr, samstags von 8 bis 12 Uhr. Waren die Staus besonders lang, blieben die Feuerwehrleute länger. Sie rückten viermal aus: Zu zwei Unfällen - bei einem war eine Frau in ihrem Auto eingeschlossen -, einem falschen Feueralarm und einer so genannten Tür-Notöffnung. In einem Wohnwagen fanden die Helfer die Leiche eines alten Mannes, den Nachbarn vermisst hatten.

Bei Einsätzen im Breidert wäre die Feuerwehr Eppertshausen von vornherein mitalarmiert worden. Die Johanniter Unfallhilfe hatte dort auch eine provisorische Rettungswache eingerichtet. Am Haus Morija war drei Wochen lang täglich zwischen 7 und 19 Uhr ein Krankenwagen stationiert. „Es hat echt Spaß gemacht“, lautete die einhellige Meinung der Bereitschaftdienstler. Sie haben jeden Abend zusammen gekocht. Weber hat deshalb auch kein Problem, die Wache zum Jahreswechsel mit einer starken Mannschaft zu besetzen. Da kommt ein Einsatz fast so sicher wie die Böllerei.

Archivbilder:

Bilder: Großbrand im Industriegebiet von Ober-Roden

Quelle: op-online.de

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