Oktoberfest der TG Ober-Roden

Hochbetrieb an der Alm-Bar

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Jedes Dirndl im Saal bekam eine Nummer, jeder männliche Gast eine Stimmkarte. Lara Mieth ist jetzt Dirndlkönigin.

Ober-Roden - Was macht die zünftige Wiesn-Gaudi nur so beliebt? Oktoberfeste von ganz klein bis hin zu den Münchner Urständen sind so gut besucht wie noch nie. Kaum ein Verein kann sich dem Zauber dieses „Verkaufsschlagers“ entziehen.

Auch die TG Majoretten und der Musikzug machen mit. Seit auch viele Rödermärker nicht nur ein Dirndl und sogar verschiedene Krachlederne im Schrank hängen haben, wollen sie diese auch mehrmals im Jahr lüften. Zudem überbrückt dieses Fest das lange Warten auf die närrische fünfte Jahreszeit etwas.

In Rödermark ist die Turngemeinde Ober-Roden und hier wiederum die Abteilung Musikzug und Majoretten die Mutter aller zünftigen Oktoberfeste und hat alle Jahre wieder gute Resonanz darauf. Diesmal wurde das Fest neu konzipiert und etwas moderner aufgepeppt, und das hat sich gelohnt.

Schon in der Vorwoche lud der Verein in seine Gaststätte zur Oktoberfest-Speisekarte mit deftigen Tagesessen von Schweinshaxe bis zu Leberknödeln und Obatztem ein. In der Zeit wurde auch die Halle verwandelt, mit neuer Dekoration und ohne unnötigen Schnickschnack, dennoch liebenswert mit Brezeln, Kerzen und Blumen und vielem mehr wie etwa einer zünftigen Alm-Bar.

Bilder & Berichte: Oktoberfeste in der Region

Den Samstag Abend umrahmte dann eine wahrlich original klingende Kapelle, die „Wirtshaus Vielharmoniker“, fünf Berufsmusiker des Heeresmusikcorps Veitshöchheim, die gerade erst mit ihrer böhmischen und bayerischen Blas- und Volksmusik den bayerischen Preis als beste „Wiesn-Musikanten“ gewonnen haben. Sie wussten genau, womit sie die altersgemischten Ober-Röder TG-Besucher von den Bänken reißen konnten; es wurde vor und auf der Bühne, in den Gängen, auf Tischen und Bänken getanzt, soweit die ausverkaufte Halle das zuließ.

Mit dem traditionellen Anstich des ersten Fasses auf der Bühne gab’s zwar den gleichen feucht-fröhlichen Stress wie bei der Ober-Röder Kerb, bis Moderator Christian Gotta mangels passendem Zapfhahn auch ohne fließenden Gerstensaft irgendwann das Fass als angestochen und damit die Wiesn-Gaudi als eröffnet erklärte. Aber was wäre ein Oktoberfest ohne dieses Spannungselement, auch wenn Erster Stadtrat Jörg Rotter – ohne eigenes Verschulden – allmählich ein Bierfass-Trauma haben dürfte…

Bilder: Oktoberfest der TG Ober-Roden

Auch die Änderungen bei den Zuschauerspielchen kamen durchaus gut an und trugen zur Beruhigung des Abends bei. Nicht mehr Gruppen und Vereine und damit indirekt auch Ortsteile kämpfen wie bei der bisherigen Olympiade gegeneinander, sondern Einzelpersonen, die dennoch kräftig von ihren Anhängern aus dem Saal unterstützt werden.

Beim Wettschälen frisch gekochter Pellkartoffeln hatte nach einem spannenden Stechen Torsten Grix die Nase oder besser das Küchenmesserchen vorn – er schlug seine durchwegs männlichen Mitstreiter um die eine heiße Kartoffel. „Das ist reine Erfahrungssache; ich hab da tägliche häusliche Übung“, schmunzelte der Träger der goldenen Krone des Kartoffelkönigs.

Auch das Maßkrugstemmen war eine Sache von kräftigen Burschen unter sich. Hier war der Ex-Prinz Jan Roth nicht zu schlagen. Die Mädels im Saal, fast durchgehend in sehenswerte Dirndl mit noch sehenswerteren Inhalten gekleidet, fanden ihre „Dirndlkönigin“ im fairen Vergleich. Jede der Dirndl-Damen bekam am Eingang eine Nummer, jeder der Herren einen Stimmzettel. Um Mitternacht war die Entscheidung gefallen und die 22-jährige Lara Mieth bezauberte mit rosa-grünem Festgewand und Blümchen im gelockten Blondhaar am meisten. Bis weit in die Nacht hinein ein guter Grund für alle im Saal, darunter auch ein Geburtstagskind, dies alles zu feiern.

„Der Besuch ist sehr gut“, konnte sich Michael Reisert vom Orga-Team gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Musikzuges Thorsten Schrod und mit dessen Stellvertreter Christian Gotta freuen. „Im Vorfeld waren wir schon ausverkauft. Das neue Konzept scheint sehr gut anzukommen.“ (chz)

Bilder: Oktoberfest des OFC

Quelle: op-online.de

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