Kerb-Umzug durch Urberach

Mut zu Festen freut Kerbvadder Sturm

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Auch wenn es kurz vorm Kerbspruch am Sonntagnachmittag kräftig regnete: das Wetter ließ die Orwischer Kerb diesmal nicht im Stich.

Urberach - Die Orwischer Kerb ist seit gestern Abend Vergangenheit, die Vorfreude auf die Ober-Röder Kerb wächst.

Zuvor aber hatten herzhafte Regenschauer den Sonntag noch zum Wagnis gemacht: im wahrsten Sinne beschirmte Trommler bei „Spirit of Music“, ganze Regenschirmwälder über den Zuschauern beim traditionellen Kerbspruch. Doch mit dessen ersten Worten kam auch die Sonne wieder vorbei. Maximilian Sturm, ein Kerbvadder mit Reibeisenstimme, präsentierte einen feinsinnigen und nie ausfallenden Kerbspruch, immer gemäß dem Refrain: „Manchmal erzählt mer besser net alles….“

Erzählt hat er allerdings davon, dass der neue „erste Bürger der Stadt“ Sven Sulzmann ein ehemaliger Orwischer Kerbborsch ist oder dass während des Urlaubs vom „Herschwert“ das „Haschee mit Nudeln“ von einem Berliner Gast als „Haschisch mit Nudeln“ missverstanden wurde. Ein wenig Trauer herrscht darüber, dass die renaturierte Rodau nun etwas zuviel der Natur zurückholt. Es ging um Festplätze vom Schillerwald bis zum Entenweiher, dessen Anwohnern die Beschallung zu laut ist, und natürlich um die Ebbelwoi-Kultur in Rödermark. Die drei Vereine mit dem Mut zu großen Festen hat Kerbvadder Sturm öffentlich gelobt: Feuerwehr, Musikverein 06 und Bulaufreizeit: „Uns als Besucher hat’s jedenfalls gut gefalle, und für die scheene Jubiläumsfeste danke mer alle!“

Der Ober-Röder Bahnhof ist immer noch nicht fertig, aber das Urberacher Kaufhaus Dornheim ist weg. Und natürlich: „Unser Roland dankt ab, ein frischer muss her“ - Messias Samuel? „Unsre Schwarze schicken den Jörg ins Rennen.“ Und egal, wie’s ausgeht, hofft der Kerbvadder und mit ihm sein Hofschreiber Peter Knapp, dass der neue Mann zu unser aller Segen handeln wird. Während im Zelt des Musikvereins 06 die Instrumente erklangen, lud die Offene Arbeit der Gallus-Gemeinde zur „anderen Andacht“ vor ihre Bühne ein – mit viel Gesang und Gedanken ums 40-jährige Bestehen, laut gedacht von den Mitgliedern und von Pfarrer Jude Njoku.

Bilder: Kerb in Urberach

Das Fazit beim Kerbfrühschoppen am Montag ist eindeutig. Die Schausteller – so fasst es Peter Stein zusammen – sind sehr zufrieden; „nicht mal der Regen hat uns geschadet“. An die Kerbordnung haben sich (fast) alle gehalten: „Zuhause auf dem Balkon hab ich gehört, dass an den Kerbtagen direkt nach 24 Uhr die Musik aus war“, freute sich Kerbkommissionsmitglied Dieter Hüllmandel und erzählte auf die Frage, wie sich so eine Kerb denn rechnet, von den Briefen und Telefonaten, die mehr oder weniger bettelnd an potenzielle Sponsoren abgehen.

Mit der Polizeipräsenz, die vielleicht manches verhindert hat, ist Kommissionsmitglied Werner Popp sehr zufrieden; ansonsten gibt’s halt immer die üblichen Probleme: Alkoholverstecke an markanten Plätzen und Scherben, jugendlicher Übermut oder alkoholisierter Blödsinn wie etwa an der Tiefgaragenschranke oder am Currywurststand neben der Kirche, wo nachts die teuren LED-Lämpchen herausgeschraubt und damit Zielschießen im Autoscooter veranstaltet wurde. Nicht so leicht haben es die Anwohner wie Karl-Heinz Oberfranz am Häfnerplatz, der sich als guter Ort zum Feiern eignet – die können sich nur damit trösten, dass erst mal wieder ein knappes Jahr relative Ruhe herrscht. (chz)

Bilder zur Orwischer Kerb

Quelle: op-online.de

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