Kerbvadder nimmt nicht nur Ober-Roden auf die Schippe

Die Urberacher peilen den Kurort-Status an

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Zum dritten Mal bereits trug er den Kerbspruch vor und ist damit altgedient und erfahren: Kerbvadder Thomas Herrmann.

Urberach - Eine Orwischer Tradition ist der Kerbspruch nach einem kleinen Umzug am Sonntag.

Begleitet von „Spirit of Music“ und von den Jüngsten des FC Viktoria warf sich Kerbvadder Thomas Herrmann mit Frack und Zylinder in Schale, ehe er die vergangenen zwölf Monate aufs Korn nahm. Die Geschehnisse um „Unner- un Oberort“ gesichtet hatten Dieter Hüllmandel und Herbert Sulzmann, in Reimform gebracht hatte sie in allerletzter Minute Peter Knapp. Von seinem Festwagen herunter dankte der Kerbvadder den gar nicht mehr selbstverständlichen ehrenamtlichen Helfern und erinnerte die Zuhörerschar ans örtliche Geschehen, natürlich mit dem berühmten Augenzwinkern Richtung Ober-Roden.

Um die Ortskerninitiative IGOR ging’s und um neue Baugebiete, bei denen Orwisch mittlerweile aufgeholt hat. Dass der Ort noch schöner werden soll, dass „Bäämsche“ gepflanzt und liebevoll betreut werden, hat natürlich seinen Grund: „Mer mechte doch noch Kurort-Status erlebe!“ So sei doch typisch, dass es beim Bahnhof in Ober-Roden schließlich eines Orwischer Großinvestors bedurfte, der das nun alles „unter Veddern“ regelt.

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Auch die wundersame Verwandlung der Kurve am Kapellchen Messenhausen kam nicht zu kurz: Die meisten der Kübel ständen nur, weil die Ober-Röder sonst nicht bremsen könnten. Dankbar zeigten sich die Kerbspruchmacher, dass sich die Apfelwein-Katastrophe nach dem Schließen der Kelterei Schwarzkopf gerade noch dank zweier Jung-Wirte Lotz und Lang vermeiden ließ. Thälmannweg, Bürgermeisterwahl oder Sonderkommission Kerbsabotage - alles Schmunzelnswerte bekam sein Fett weg.

Bilder zur Orwischer Kerb

Dass ein Kerbvadder schon 41 Jahre ist und auch gleich seine Tochter mitbringt, tat dieser Kerb absolut keinen Abbruch. Das eher gesetztere Alter der Burschen und Mädchen um Thomas Herrmann herum tat der Kerb gut. Etwas mehr Besucher hätten es - fragt man Vereine, Schausteller und Wirte - sicher sein dürfen, doch das feucht-kühle Wetter war da eher hinderlich. Zufrieden waren aber alle. „Es kamen keine Reklamationen bei mir an“, freute sich Dieter Hüllmandel. Auch der Montag mit seinem Frühschoppen war noch einmal gesellig und vergnüglich.

Polizei und Ordnungsamt melden keinerlei größere Störungen, was sicherlich nicht zuletzt mit am durchwachsenen Wetter lag und vielleicht auch an Faktoren wie einer Lautstärke-Begrenzung: „Der Musikpegel wurde auf 90 dbA festgelegt. Wir haben auch wirklich während der Veranstaltungen im Freien wie in den Zelten den Lärmpegel gemessen, und alle haben sich daran gehalten“, loben die Organisatoren von der Kerbkommission, allen voran die sehr rührigen Dieter Hüllmandel und Werner Popp. Ihnen ist es sicherlich mit zu verdanken, dass in diesem Jahr die Orwischer und ihre Gäste eine angenehm unaufgeregte, vergleichsweise ruhige und recht „gediegene“ Kerb erleben durften, bei der sogar die nächtlichen Schlusszeiten eingehalten wurden. (chz)

Kerb 2014 in Urberach

Quelle: op-online.de

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